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Redebeitrag für den Ostermarsch in Krefeld am 21. April 2025
- Es gilt das gesprochene Wort –
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir grüßen Euch aus Anlass der diesjährigen Ostermärsche aus Büchel - dem Stationierungort von etwa 15 - 20 US-Atombomben. Wir - das sind der lnitiativkreis gegen Atomwaffen vom internationalen Versöhnungsbund, Pax Christi Bistum Trier und die Friedensgruppe Daun - und viele andere Aktive hier vor Ort.
Wir protestieren seit Jahrzehnten gegen den atomaren Wahnsinn hier in unserer Region in der Eifel. Wir kämpfen für den Abzug dieser Atomwaffen und für eine atomwaffenfreie Welt, wie sie der Atomwaffenverbotsvertrag anstrebt. Büchel hat überregionale Bedeutung gewonnen, weil hier die letzten Atombomben auf deutschem Boden gelagert sind.
Nun hat die Bundesregierung 35 neue F-35-Atombomber von den USA gekauft und will diese hier auf dem Fliegerhorst Büchel ab 2026 stationieren. Sie sollen - geflogen von Bundeswehrpiloten - die zugleich geplanten neuen B61-12-Atombomben in ihre Ziele fliegen. Diese neuen Bomben sind noch zielgenauer und im Endflug lenkbar.
Die atomare Aufrüstung geht weltweit weiter. Auch mit der geplanten Stationierung der neuen Mittelstreckenraketen, gegen die wir uns genauso wehren wie gegen die Atombomben, wird versucht, eine Erstschlagskapazität aufzubauen. Dies wird zu weiteren atomaren Aufrüstungen und gefährlichen Eskalationsszenarien führen.
Im Jahr 2024 hat die japanische Friedensorganisation Nihon Hidankyo, ein Zusammenschluss von überlebenden der ersten Atombombenabwürfe, der Hibakusha, den Friedensnobelpreis erhalten. Diese Organisation wird damit für ihren Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt geehrt, so das norwegische Nobelkomitee. Wir haben der Organisation, die diesen Preis mehr als verdient hat, von Herzen gratuliert.
Eine Vertreterin von Nihon Hidankyo, die heute 86-jährige Kodama Michiko, hat auf der Vorbereitungssitzung für die nächste Atomwaffensperrvertrags-Konferenz im Juli 2024 eine Rede gehalten, in der sie die Auslöschung fast ihrer ganzen Familie durch die Atombombe in Hiroshima schilderte. Abschließend sagte sie:,, Wir Hibakusha haben uns geschworen, dass solche höllischen Erfahrungen wie die unseren niemals jemandem auf der Welt zugefügt werden dürfen. Deshalb haben wir den Menschen innerhalb und außerhalb Japans die Schäden der Atombombenabwürfe aufgezeigt und appellierten: ,Keine weiteren Hibakusha' und ,Schafft die Atomwaffen ab!' ... Wir stehen am Scheideweg, ob wir unseren blauen Planeten schützen oder den Weg der Vernichtung wählen sollen."
Schließen wir uns den Forderungen der Hibakusha und der weltweiten Bewegung gegen die Atomwaffen an. Nicht erst der Einsatz, sondern schon der Besitz und damit die Bereitschaft zum Einsatz, widersprechen dem humanitären Völkerrecht fundamental. Deshalb sagen wir: Atomwaffen sind illegal und müssen weltweit geächtet werden! Wir fordern den Abzug der Atombomben aus Büchel, das Ende der sogenannten nuklearen Teilhabe und den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag. Eine atomwaffenfreie Welt ist möglich - tun wir das Unsere dazu!
Seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der atomaren Aufrüstung!
Vielen Dank.
Jessica Querl ist Mitglied bei der Partei Mera25.