Redebeitrag für die Antikriegstagsveranstaltung am 1. September 2025 in Bremen

 

- Es gilt das gesprochene Wort -

 

Antikriegsdemonstration – Kampf der deutschen Kriegsmobilmachung

Liebe Freundinnen und Freunde,
Auch an diesem Antikriegstag fordert das Bremer Friedensforum:

Nie wieder Krieg! Für Frieden, Abrüstung und Soziale Gerechtigkeit! Kriegstüchtigkeit – nicht mit uns!

Wir wehren uns gegen die Hochrüstung und den Versuch, durch ständiges öffentliches Reden über die angebliche Unvermeidbarkeit des Krieges wegen angeblicher Angriffspläne Russlands den Krieg „gesellschaftsfähig“ zu machen. Auch Teile der SPD, allen voran Pistorius, betonen unentwegt die Notwendigkeit der Aufrüstung.

Unis werden angegriffen, die ihre Zivilklausel verteidigen wollen. Bald ist die ehemalige Wehrbeauftragte der Bundesregierung, Eva Högl, Bremische Innensenatorin. Wir werden unsere demokratischen Rechte verteidigen!

Insgesamt widerspricht diese gefährliche Entwicklung der Charta der UN(Präambel) ebenso wie der Präambel des Grundgesetzes und entsprechend der Bremischen Landesverfassung.

Wir müssen dem Frieden verpflichtet bleiben, nicht dem Krieg!

Die heutigen DGB-Veranstaltungen stehen unter dem Motto: Wehrpflicht reaktivieren? Nein!

Auch wir sind gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht, die Millionen junge Menschen auf Verletzung, Verstümmelung, Leid, den Tod und das Töten vorbereiten soll.

Bremen ist eine Rüstungshochburg: Rheinmetall, OHB, Atlas Elektronik, Lürssen-Werft, Airbus, Saab.

Angesichts der Wirtschaftskrise auf Hochrüstung zu setzen und die Subventionierung der Rüstungsindustrie auszubauen, anstatt deren hohe Gewinne abzuschöpfen, ist ein Spiel mit dem Feuer! Waffen wollen erprobt werden.

Wir verurteilen, dass statt Rüstungskonversion das Gegenteil passiert: Autos zu Panzern.

Wir verurteilen, dass Waffenexporte über bremische Häfen gehen, auch nach Israel, das sein Ziel, die Vernichtung Gazas, mit deutschen Waffen fortsetzt.

Rüstungsexporte in Länder, in denen u.a. aufgrund der jetzt schon verheerenden Folgen des Klimawandels Verteilungskämpfe mit deutschen Waffen munitioniert werden, sind ein Verbrechen!

Die reichen Länder unternehmen kaum Anstrengungen in Richtung Klimagerechtigkeit, nun kürzt die Bundesregierung gerade die Kosten für Entwicklung.

Rüstung ist der größte Umweltzerstörer! Die Emissionen, die bei Produktion und Anwendung des Kriegsmaterials entstehen, befeuern den Klimawandel. Die Zerstörungen durch Kriege und der anschließende Wiederaufbau nach Kriegen produzieren gigantische Mengen CO2 und andere Schadstoffe.

Die aktuelle Regierungskoalition will den Sozialstaat abbauen. Die vorgeschlagenen für Kürzungen treffen:

Bürgergeld, auch Grundsicherung, Gesundheitswesen, Bildungs -und Sozialbereich, Renten, Infrastruktur usw.

Die von den USA geforderten 5% des BIP machen etwa die Hälfte des Bundeshaushaltes aus!

Klimafolgekosten sind überhaupt kein Thema mehr, obwohl jeder weiß, dass auf kommende Generationen, vielleicht auch schon früher, große Belastungen zukommen werden.

Als Gewerkschaftsmitglied seit 1969 erwarte ich, dass die Gewerkschaften deutliche Positionen im Interesse der Bevölkerung beziehen, gegen Kriegskurs, Aufrüstung und Kürzungen bei originären Aufgaben des Staates, bei der Daseinsvorsorge!

Wir fordern: Gewinnabschöpfung bei den Rüstungskonzernen, Reichensteuer!

Wir fordern: Statt Milliarden für Waffen – Milliarden für Bildung, Soziales, Gesundheit und den ökologischen Umbau des Landes!

Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrages durch Deutschland! Keine Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in der BRD!

Stoppt den Aufrüstungskurs!

Kein Kind, keinen Enkel geben wir für den Krieg!

Gemeinsam für Frieden, Abrüstung und Soziale Gerechtigkeit.

Das Bremer Friedensforum ruft auf zur Teilnahme am 3. Oktober in Berlin.

 

Dagmar Biederbick ist aktiv beim Bremer Friedensforum.