20 Kalender-Wochen stehen für 20 Atombomben: Seit 26. März 2016* bis zum Nagasaki-Gedenktag, 9. August 2016, führen Gruppen und Einzelpersonen am Atomwaffen-Stützpunkt Büchel Mahnwachen und andere gewaltfreie Aktionen durch. Jede Gruppe oder Einzelperson übernimmt eine Woche, in der sie mindestens einen Tag lang am Atomwaffenstützpunkt Büchel präsent ist. Nach Absprache kann eine Woche aufgeteilt werden. Jede Gruppe ist eingeladen, im Anschluss an ihre Aktion auf einem Grundstück nahe dem Atomwaffenstützpunkt ein Symbol ihrer Wahl aufzustellen. Das kann z.B. ein friedens- oder frauenpolitisches oder ein religiöses Symbol sein.

Infrastruktur
In der Nähe von Büchel gibt es verschiedene Unterkünfte, je nach individuellen Bedürfnissen. Auch wird es ein Büro und eine Ansprechperson vor Ort geben.

Der Atomwaffenstützpunkt Büchel
Der „Fliegerhorst Büchel“ liegt in Rheinland-Pfalz, in der Vulkaneifel, wenige Kilometer entfernt vom touristischen Cochem an der Mosel. In Büchel sind etwa 20 US-Atombomben stationiert. Sie lagern einsatzbereit, um auf Befehl - im Rahmen der sogenannten nuklearen Teilhabe der NATO - durch Bundeswehr-Piloten mit deutschen Tornado-Kampfjets ins Zielgebiet geflogen werden zu können. Diese Massenvernichtungswaffen sollen ab 2020 durch neue zielgenauere US- Atombomben kostspielig aufgerüstet werden. Und das, obwohl am 26. März 2010 der Bundestag in einen überparteilichen Beschluss die Bundesregierung aufforderte, auf den Abzug dieser Atombomben hinzuwirken!

Die Rechtslage
Deutschland hat sich im Atomwaffensperrvertrag von 1970 verpflichtet, Atomwaffen oder die Verfügungsgewalt darüber von niemandem unmittelbar oder mittelbar anzunehmen. Deutschland hat dies 1991 im 2+4-Vertrag bekräftigt. Aber mit der Nuklearen Teilhabe wird diese vertragliche Verpflichtung gebrochen. Dem entsprechend stimmte die Bundesregierung in der UN-Generalversammlung im Dezember 2015 gemeinsam mit den nuklear bewaffneten Staaten gegen ein Verbot von Atomwaffen, während die große Mehrheit der Vereinten Nationen dafür stimmte. Deutschland muss die internationalen und nationalen Abrüstungsverpflichtungen umsetzen, die im Völkerrecht und Grundgesetz festgelegt sind. Damit setzen wir uns mit unseren Aktionen für die Umsetzung geltenden Rechtes ein.

Friedenswiese
Die Idee ist etwa 30 Jahre alt und stammt aus dem Hunsrück. Dort waren 96 atomare Marschflugkörper „Cruise Missiles“ stationiert. Die Friedensbewegung hat in der Nähe 96 Kreuze auf einem „Friedensacker“ aufgestellt. Die vielfältigen Proteste der Friedensbewegung haben dazu geführt, dass die meissten Atomwaffen aus Deutschland abgezogen wurden. Mit der Friedenswiese schaffen wir eine Verbindung zur Vergangenheit und zeigen, dass unser Widerstand erfolgreich sein kann. Auch wir suchen wie damals für jedes Mahnwachen-Symbol PatInnen, um bei eventueller Zerstörung ein Wiederaufstellen öffentlichkeitswirksam zu ermöglichen.