Christiane Gregor, Essen
Redebeitrag für die Antikriegstag-Kundgebung am 30. August 2019 in Essen
- Es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Teilnehmer der heutigen Kundgebung,
Ich möchte mit einem Zitat beginnen:
"Solange der Mensch der rastlose Zerstörer allen Lebens bleibt, das er als niedrig ansieht, …, wird er nie wirklich Frieden finden.“
Ich fand dieses Zitat im Zusammenhang mit dem heutigen Tag und dem Zustand unserer Erde brandaktuell, war aber umso erstaunter als ich las, von wem dieses Zitat stammt:
Von Pythagoras!
Das ist erschreckend. 2.500 Jahre später leben wir in kaum vergleichbaren Verhältnissen zu damals und - auch Dank Pythagoras - mit unvergleichbar viel mehr wissenschaftlichen Erkenntnissen! 2.500 Jahre Erfahrung - und Datenerhebung selbst aus dem Weltall! - später sind nach wie vor rastlose Zerstörer des Lebens, das wir als niedriger als uns selbst ansehen.
Und damit steckt in diesem Zitat auch das Band, das die Friedens- und Klimaschutzbewegung Band verbindet:
Wir wollen den Menschen als Zerstörer aufhalten! Wir wollen den Frieden untereinander bewahren und das Leben auf diesem Planeten retten.
So bedanke ich mich bei den Organisatoren - Pax Christi, der Essener Friedensbewegung und dem VVN-BdA -, dass ich als Vertreterin der Parents for Future in Essen hier bei Ihnen ein paar Worte sagen darf.
Sie alle haben sich heute Zeit genommen, Rückblick zu halten und Sie nehmen sich Zeit, die Zukunft ganz im Sinne des Friedens und der damit verbundenen Gerechtigkeit mit zu gestalten. Viele von Ihnen sind seit Jahren oder sogar schon seit Jahrzehnten mit der Friedensbewegung verbunden und widmen sich der großen Aufgabe, Frieden zu stiften oder zu erhalten und auf alle Entwicklungen aufmerksam zu machen, die diesen gefährden. Dafür kann man Ihnen gar nicht genug danken!
Greta Thunberg hat am 20. August letzten Jahres gezeigt, dass man nicht zu jung und zu weit weg sein kann, um eine neue Bewegung in Gang zu setzen, die inzwischen die Welt umspannt: die Fridays for Future. Seitdem haben sich zahlreiche weitere for Future Bewegungen gegründet, wie die Scientists, die Teacher, die Grandparents aber auch die Parents for Future, für die ich mich seit Anfang des Jahres engagiere.
Die vielen For Future-Bewegungen treibt alle eins an - und das haben die Friedens- und die Klimaschutzbewegungen ebenfalls gemeinsam: das schier Unmögliche möglich zu machen: Frieden zu erhalten nicht mit Auf- sondern Abrüstung oder den Fortschritt, der einst so verlockend war, uns aber letztendlich in eine Klimakatastrophe hineintreibt, aufzuhalten.
Aber: „Wenn man vor dem Abgrund steht, dann ist der Rückschritt ein Fortschritt.“ Eine weise Aussage von Friedensreich Hundertwasser.
Die Aufgaben, die sich unsere beiden Bewegungen gestellt haben, sind so unfassbar groß und schwierig, da unsere Lösungen nicht nur lokale, sondern vor allem globale Lösungen erfordern.
Aber dass ein so großes Ziel auch im Klimaschutz erreichbar ist, haben wir Menschen schon bewiesen: wir haben den sauren Regen und das Ozonloch durch politische, wirtschaftliche und vor allem globale Lösungen in den Griff bekommen!
Die Bewältigung der Klimakrise ist nun unser ALLER größte Herausforderung: denn wenn sich die Lage noch weiter zuspitzt - und wir befinden uns in einem Strudel, aus dem man nur bis zu einem bestimmten Punkt noch herauskommt -,
wird es für die Menschheit auf diesem Planeten zu einer Überlebensfrage! Und immer, wenn es ums Überleben geht, ist es eine Frage von Krieg oder Frieden, von Leben oder Tod.
Aus diesem Grund bitte ich Sie, sehen Sie die Interessen der For Future-Bewegungen als Ihre ureigensten Interessen an: gehen Sie mit uns auf die Straße, zeigen Sie den jungen Menschen der Fridays for Future Bewegung, dass Sie es genau so existentiell finden wie diese, den zahlreichen Absichtserklärungen der amtierenden Politikern wirksame Taten folgen zu lassen. Zeigen Sie den jungen Menschen, dass Sie deren Zukunftsängste ernst nehmen. Wir müssen alle zusammen für die Lebensgrundlagen und die Zukunft unserer Kinder und Enkel einstehen und kämpfen!
Der 20. September 2019 wurde von der For Future-Bewegung zum Globalen Klimastreiktag für alle Menschen ausgerufen! Auch in Essen werden wir ab 10 Uhr gemeinsam mit den Fridays for Future und diversen weiteren Umwelt-, Natur- und Klimaschutz-Initiativen dieser Stadt auf die Straße gehen. Auch Gewerkschaften und die Kirchen, denen Klimagerechtigkeit genauso am Herzen liegen, haben uns bereits ihre Solidarität ausgesprochen.
Seien auch Sie am 20. September ab 10 Uhr in Essen dabei! Ich möchte mich mit den Worten von Ghandi verabschieden:
„Seien Sie die Veränderung, die Sie in dieser Welt sehen wollen!“
Ich danke Ihnen für ihr Zuhören und ihr Verständnis für unsere gemeinsame Sache: Klima retten und Frieden bewahren.
Christiane Gregor ist aktiv bei Parents4Future in Essen.