Oktober 2026: Aktionen gegen Atomkriegsmanöver
Atomkrieg über Europa? Dieses Szenario übt die NATO erneut Mitte Oktober. Dann wird auch die Bundeswehr im Rahmen des NATO-Manövers „Steadfast Noon“ trainieren, die in Büchel lagernden Atombomben an Tornado-Kampfjets zu montieren und sie in den Einsatzzielen abzuwerfen. Das Manöver findet europaweit mit Beteiligung der USA, aller NATO-Staaten der „nuklearen Teilhabe“ und weiterer NATO-Staaten, die das Manöver unterstützen, statt.
Unter dem Motto „Atomkriegsmanöver stoppen“ rufen Friedensorganisationen und Einzelpersonen dazu auf, sich an Protestaktionen in Büchel und Nörvenich zu beteiligen. Im Sommer wurden die Tornados, die wegen der Umbauarbeiten in Büchel nach Nörvenich ausgelagert waren, wieder nach Büchel zurückgebracht. Die Protestaktionen wollen eine politische Klammer um die Orte, die in das Manöver involviert sind, bilden. Auch die dauerhaft in Nörvenich stationierten Eurofighter waren schon mehrfach an „Steadfast Noon“ beteiligt. In Büchel wird die Aktion am 10. Oktober um 12 Uhr in Form einer Aktionsmahnwache stattfinden, in Nörvenich ist ein Auftakt am Kriegsflugplatz des Boelcke-Geschwaders mit anschließender Demo zum Schlossplatz geplant. Dort findet dann eine Kundgebung statt. Kultur und Volxküche werden wieder mitgeboten. Vom Bahnhof Düren zum Auftakt wird wieder ein Shuttle fahren.
Im Aufruf heißt es u.a.: „Das Atomkriegsmanöver dokumentiert in erschreckender Weise die Bereitschaft der NATO und der Bundesregierung, im ‚Ernstfall‘ einen Atomkrieg zu führen, der zumindest ganz Europa vernichten würde. Alle Atommächte rüsten gegenwärtig nuklear auf und ‚modernisieren‘ ihre Arsenale, in 2025 für insgesamt ca. 119 Mrd. US-Dollar (USA: 69,2 Mrd.). In Büchel wird die neue B61-12-Atombombe stationiert, die endfluggesteuert noch treffgenauer eingesetzt werden kann. Dafür wurden für rund 10 Milliarden Euro 35 neue Tarnkappen-Atombomber vom Typ F-35 von den USA gekauft.“
Inhaltlich soll bei den Aktionen die Problematik „Atomwaffen und Völkerrecht“ thematisiert werden. Mit der „nuklearen Teilhabe“ verstoße die Bundesregierung gegen den Atomwaffensperrvertrag und das humanitäre Völkerrecht, so der Aufruf. Sogar das Bundesjustizministerium weise darauf hin, dass jede Verwendung von Atomwaffen gemäß Völkerstrafrecht ein Kriegsverbrechen bedeuten würde. Also trainiert die Bundeswehr mit dem Manöver die Begehung von Kriegsverbrechen! (1)
Das wollen die organisierenden Gruppen nicht hinnehmen. Zu diesen gehören u.a. das Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“, das Netzwerk Friedenskooperative, die Friedensgruppen Düren und Daun sowie die DFG-VK NRW und Köln. Aufrufunterstützungen und Spenden für die Aktionen sind weiterhin sehr willkommen!
Die Demonstrierenden werden sich für die folgenden Forderungen einsetzen:
- Absage der Beteiligung der Bundeswehr am Atomkriegsmanöver „Steadfast Noon“
- Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland und Beendigung der „nuklearen Teilhabe“
- Keine neuen europäischen Atomwaffen-Kooperationen
- Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag
- Eintreten für ernsthafte Verhandlungen über vollständige nukleare Abrüstung
Infos, Spendenkonto und vollständiger Aufruftext:
https://www.atomwaffenfrei.de/protest-gegen-steadfast-noon-2026-jetzt-u…
Anmerkung
1 https://www.bmjv.de/DE/themen/voelkerstrafrecht/kriegsverbrechen/kriegsverbrechen_node.html
Autor
Martin Singe ist u.a. im Sprecher*innenteam des Aktionsbündnisses „atomwaffenfrei.jetzt“ aktiv.
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- Friedensbewegung
- Atomwaffen
- Militärstützpunkte