Ostermärsche 2026 vom 2. bis 6. April

Ostermarsch 2026: Kriege verweigern – Frieden schaffen!

von Philipp IngenleufMarvin Mendyka
Initiativen
Initiativen

Unter dem Motto „Kriege verweigern – Frieden schaffen!“ ruft das Netzwerk Friedenskooperative in diesem Jahr zur Beteiligung an den traditionellen Ostermärschen der Friedensbewegung Anfang April auf. Zu rechnen ist auch in diesem Jahr mit mehr als 100 Ostermarsch-Aktionen bundesweit, bei denen die Themen und Forderungen der Friedensbewegung auf die Straßen getragen werden. Diese steht vor dem Hintergrund der immer unübersichtlicher werdenden politischen Gemengelage enormen Herausforderungen gegenüber. Gleichzeitig bieten die Ostermärsche 2026 Chancen wie selten zuvor, um die Basis der Ostermarschierenden auf breitere und jüngere Beine zu stellen.

Die lokalen Aufrufe der Ostermärsche sind fast immer geprägt durch eine große Themenvielfalt. In diesem Jahr kommt zu den anhaltenden Kriegen wie etwa in der Ukraine, im Sudan oder Nahost eine regelrechte Flut an Brandherden hinzu: Der völkerrechtswidrige Angriff der USA auf Venezuela, Trumps Annexionsabsichten gegenüber Grönland, der Angriff der syrischen Armee auf die kurdische Selbstverwaltung … und vermutlich ließe sich diese kurze Aufzählung allein zwischen Redaktionsschluss und Veröffentlichung dieser Ausgabe des FriedensForums um weitere dringende Punkte ergänzen. Für was stehen also die Ostermärsche 2026?

Themen der Ostermäsche
Bei einer Aktionsberatung, zu der die Friedens- und Zukunftswerkstatt und das Netzwerk Friedenskooperative im Januar Ostermarsch-Veranstalter*innen eingeladen hatten, kristallisierten sich erste zentrale Punkte heraus:

  • Ablehnung der Hochrüstung: Die Festlegung der NATO, künftig fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes fürs Militär auszugeben, ist willkürlich und unverantwortlich. Für Deutschland würde sie (auf Grundlage des derzeitigen Haushalts) bedeuten, dass künftig die Hälfte aller Bundesmittel ins Militär fließen müsste. Jedes Jahr!
  • Forderung nach einem Europa ohne Mittelstreckenwaffen: Noch in diesem Jahr wollen die USA neue Raketen und Marschflugkörper in Deutschland stationieren. Russland setzt diese Waffen bereits in der Ukraine ein und beabsichtigt, diese in Belarus zu stationieren. EU-Staaten arbeiten währenddessen an der Entwicklung eigener Mittelstreckenwaffen. Klar ist: Durch ihre Erstschlagfähigkeit und immer kürzere Vorwarnzeiten steigern sie das Risiko für alle Menschen in Europa.
  • Nein zur Wehrpflicht: Am 1. Januar trat das neue Wehrdienst-Modernisierungsgesetz (WDModG) in Kraft. Mit der Erfassung und Musterung aller jungen Jahrgänge wird der Weg zur Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht für alle Männer wieder weit geöffnet. Ein weiterer Schritt bei der geplanten Militarisierung der Gesellschaft durch die Bundesregierung. Die Ostermärsche hingegen stellen sich klar an die Seite der jungen Menschen, die sich gegen den Dienst an der Waffe wehren! 

Nicht nur aus politischen Gründen verdient das Thema Wehrpflicht beim diesjährigen Ostermarsch besondere Aufmerksamkeit.

Chance: Neue Generationen bei Ostermärschen einbinden
Bereits im vergangenen Jahr beteiligten sich deutlich mehr Menschen an den Ostermärschen. Über 40.000 Menschen nahmen an den über 100 Ostermärschen teil. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren ein gutes Signal und wichtiger Gradmesser gewesen, dass viele Menschen mit dem aktuellen Regierungskurs der Hochrüstung und Kriegstüchtigkeit nicht einverstanden sind.

Doch das Potential bei der Mobilisierung ist noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Das zeigten in aller Deutlichkeit die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht im vergangenen Dezember auf, bei denen rund 50.000 Menschen auf der Straße waren. Aus einigen Städten gab es dabei bereits Kontaktaufnahmen zwischen traditionellen Friedensgruppen und Streikkomitees. Beim zweiten Schulstreik im März dieses Jahres sollten diese Kontakte unbedingt ausgebaut und Schüler*innen Angebote zur Mitgestaltung der Ostermärsche gemacht werden. Alles andere wäre eine vertane Chance – und eine Verjüngung der Ostermarsch-Strukturen ist dringend notwendig. 

Infoangebot des Netzwerk Friedenskooperative
Das Netzwerk Friedenskooperative unterstützt die Ostermärsche 2026 mit einem umfangreichen Infoangebot, welches erfahrungsgemäß intensiv von Aktiven, Interessierten und der Presse genutzt wird. Auch 2026 wird mit einer Anzeige, die in mehreren Zeitungen veröffentlicht wird, zur Mobilisierung beigetragen. Darüber hinaus werden Gruppen und Aktive mit zahlreichen Materialien zu den Ostermärschen versorgt.

Wenn ihr als Gruppe oder Einzelpersonen Unterstützung bei der Durchführung eurer Aktivitäten benötigt, könnt ihr euch gerne bei uns melden. Wir freuen uns auch sehr darüber, wenn ihr uns Informationen zu euren Aktivitäten, wie z.B. Termine und Aufrufe, zuschickt, damit wir diese auf unserer Webseite veröffentlichen können.

Alle Infos und Termine zu den Ostermärschen findet ihr auf unserer Webseite unter: www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026.

Rubrik

Initiativen
Geschäftsführer und Kampagnenkoordinator beim Netzwerk Friedenskooperative sowie Co-Sprecher der Kooperation für den Frieden.
Referent für Social-Media und Öffentlichkeitsarbeit beim Netzwerk Friedenskooperative.