Anne-Katrin Vetter, Müllheim
Redebeitrag für den Ostermarsch in Müllheim am 21. April 2025
- Es gilt das gesprochene Wort –
Liebe Freundinnen und Freunde,
In was für einer Welt leben wir eigentlich?
So viele Menschen weltweit hungern und fliehen vor Gewalt und Kriegen aus ihrer Heimat.
Ganz, ganz wenige der Flüchtlinge und Menschen aus anderen Ländern sind keine Mörder und Vergewaltiger. Es ist so, wie in unserer Gesellschaft auch.
Dennoch verfestigt sich dieses Gruselbild immer mehr in den Köpfen unserer Gesellschaft.
Deswegen nutzt und pusht es die Politik auch stärkstens. Man möchte keine Flüchtlinge mehr hier im Land haben. Angeblich sind sie an allem Negativen schuld.
Keiner will wissen, wie es ist, wenn in unmittelbarer Nähe Häuser und Menschen zerbombt werden, Menschen in der Wüste auf der Flucht verhungern, verdursten, versklavt und mißbraucht werden, im Mittelmeer jämmerlich ertrinken….
Dass wir mit schuld an vielen Kriegen sind, indirekt oder direkt, das schieben wir natürlich auf die Seite.
Wir produzieren und liefern Waffen, Fahrzeuge, Munition, Minen, Logistik auf legalen und gerne auch illegalen Wegen in die entsprechenden Länder. Unser Land verdient an diesem Leid der Menschen!!!
Wir waren als Kriegsverursacher vor weniger als 100 Jahren selbst auf der Flucht und auf Solidarität und Hilfe von anderen Menschen angewiesen. Aber auch das haben wir vergessen, wenn wir je daran dachten!
Vielen wurde geholfen, vielen nicht, weil es auch damals schon Egoisten gab, die nur ihresgleichen helfen wollten und die anderen durch Denunzierung der Ermordung auslieferten.
Baden-Württembergs Straßen sollen aufgepeppt werden, damit, wenn es im Osten knallt, wir über unsere Straßennetze den militärischen Nachschub garantieren können.
Die Kriegshetze schwillt an, schon schreit man hier nach Bunkern, das Militär muss personell und technisch aufgepimpt werden, die Rüstungsindustrie in Deutschland schreit Hurra!
Kein Problem, sagt die Autoindustrie. Wir produzieren einfach mehr Panzer, Haubitzen, Drohnen, Waffen… Die Produktionsmaschinen müssen nur wie zu Zeiten von Corona schon bestens bewiesen und praktiziert, nur umgestellt werden. Aber, wenigstens bleiben dann die Arbeitsplätze erhalten. Dagegen ist nichts einzuwenden, keiner soll sich trauen, was dagegen zu sagen!
Die Volkswagen-Tochter Traton betreibt ein Gemeinschaftsunternehmen für Militär-LKWs mit dem Rüstungsunternehmen Rheinmetall.
Der Vorstand der Porsche SE, dem Großaktionär der VW und Porsche, Lutz Meschke, hält ein Engagement bei der Rüstung auch gesellschaftspolitisch für richtig. Er sagt: „Wir sehen hier keinerlei Konflikte mit unseren Werten.“
Ich frage mich, „bin ich nicht auch gemeint mit „unsere“ Werte?
Meine Werte sind das sicherlich nicht!
Vor den Wahlen mailte ich den Vertretern unserer Parteien, außer den Rechten.
Ich fragte sie, wenn sie schon aus menschlichen Gründen nichts gegen ALLE Kriege auf der Welt unternehmen, ob es nicht möglich wäre, aus Umweltschutzgründen gegen Kriege zu sein?
Die Produktion der ganzen Waffen und Munition, das In-Die-Luft-Jagen und Zerstören und Verbrennen von allem, die Produktion von Minen und deren Verlegung, die Abgase der Brände,
die ökologischen Schäden sind riesengroß,
abgesehen vom Drama, das sich überall menschlich abspielt.
ich fragte sie, ob sie sich, weil ja angeblich der Umweltschutz eine Riesen Rolle spiele, für die Umwelt gegen Kriege und die Waffenindustrie einsetzen.
Die einzige Antwort, die ich erhielt kam von einem Herrn von den Grünen, Christopher Zehetbauer.
…Der Zusammenhang von Klimakrise und Kriegen ist natürlich Thema im politischen Diskurs.
Auch wir sehen es mit größter Besorgnis, wenn aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen der Klimaschutz leidet.
Wir kritisierten z.B. in aller Deutlichkeit die Sprengung des Kachowka-Staudamms durch Russland, der zu einer zerstörerischen Flut und einer ökologischen Katastrophe in der Südukraine führte. In der
internationalen Politik mehren sich die Stimmen die fordern, Russland müsse für die Umweltzerstörung in der Ukraine haftbar gemacht werden.
Die OECD hat hierzu im Juli 2022 eine Studie herausgebracht.
Die "Initiative on GHG accounting of war" hat im vergangenen Jahr ebenfalls eine Studie veröffentlicht:
Im Übrigen sei angemerkt, dass die von den Vereinigten Staaten ab 2026 stationierten Tomahawk-Marschflugkörper, die SM-6 Mehrzweckraketen die oft zur Flugabwehr dienen sowie die sich in der Entwicklung befindende US-Hyperschallwaffe Dark Eagle nicht atomar bestückt sind. Diese werden
hierzulande stationiert im Hinblick dessen, dass Russland nuklearfähige Iskander-Raketen und Kampfjets mit Hyperschall-Raketen vom Typ Kinschal in der Exklave Kaliningrad stationiert hat.
Mit freundlichen Grüßen,
Nachdem ich diesen Herrn dann nochmal um eine wirkliche Stellungnahme gebeten hatte, antwortete er:
Sehr geehrte Frau Vetter,
wir GRÜNE stehen fest an der Seite der Ukraine, ihrer Menschen und ihres Rechts auf Selbstverteidigung, auf Freiheit und Selbstbestimmung. Putins Krieg gegen die Ukraine ist ein Angriff auf die Fundamente des internationalen Rechts und auf die territoriale Integrität der Ukraine
sowie auf Frieden, Demokratie und Freiheit in Europa. Aus diesem Grund ist es eben nicht egal wer den Krieg führt, Russland hat die Ukraine ohne jegliche vorherige Provokation militärisch angegriffen und unsägliches Leid über der Ukraine verbreitet.
Der Schwerpunkt unserer politischen Arbeit liegt deshalb darauf, die Ukraine in die Lage zu versetzen, dass sie ihrem Recht auf Selbstverteidigung nachkommen kann. Das scheint uns die einzige Möglichkeit zu sein, um wirksam zu verhindern, dass die russische Armee weitere ukrainische Städte einnimmt und Massaker an der Zivilbevölkerung wie in Butscha und anderen Orten verübt.
Wir alle wollen, dass dieser Krieg endet. Aber wenn Putin gewinnt, folgt daraus kein Frieden, sondern die
Bestätigung für einen Autokraten, das Völkerrecht brechen und Demokratien angreifen zu können. Gerade weil wir alle wollen, dass dieser Krieg endet, geht es darum, zusammenzustehen und nicht nachzulassen. Solange der Krieg bleibt, bleibt unsere Unterstützung für die Ukraine. Wir sind überzeugt: Wenn die Ukraine aufhört, sich zu wehren, gibt es die Ukraine nicht mehr. Wenn Putin aufhört, anzugreifen, endet der Krieg.
Inzwischen bin ich mutlos geworden. Es gibt also nur einen Krieg auf dieser Welt. Ahaaa!
Ist es wirklich wahr, dass auch der Blick auf den Umweltschutz da aufhört, wo man kein Geld mehr machen kann?? Es werden unglaublich viele Varianten von stromfressenden Geräten gebaut und angepriesen, die Heizungsindustrie freut sich, es gibt zuhauf Sonnenkollektoren auf den Balkongs, E-Autos, die unglaublich viel Strom fressende hochgelobte Kryptowährung, bis uns unser neuer Freund, die artificial intelligence Neues rät, das wir dann auch befolgen.
Wir könnten aber auch unser Hirn gebrauchen und einfach weniger Geräte benutzen, die Strom verbrauchen.
Genauso müssen wir Kriege nicht mit Kriegen beantworten, sondern wir müssen unsere Gesellschaft so umkrempeln, dass Kriege vermieden werden.
Das heißt, wir müssen ein Klima der Achtung und der Hilfe schaffen.
Wir bauchen keine Rüstungsindustrie, die immer mehr Geld verschlingt, während bei uns im Lande immer mehr im Argen liegt. Die Gemeinden jammern, weil kein Geld mehr da ist, Straßen und Brücken sind „marode“, unsere ganzen sozialen Einrichtungen liegen finanziell am Boden, die Krankenhäuser wissen nicht, wie sie sich finanzieren sollen, um das Nötigste für uns zu machen.
Ein guter Rat ist: man sollte weder Kind sein, noch behindert, oder alt, weil das alles Kosten sind, die die gut funktionierende Wirtschaft stören.
Inmitten der gut funktionierenden Schürung vor einem Krieg hier in Deutschland:
wir brauchen mehr Bunker,
jeder sollte sich einen Notvorrat an Lebensmitteln, Kerzen und vielleicht auch Klopapier anlegen,
wir brauchen eine größere Bundeswehr
und wieder ein waffenstarrendes Zähneklappern.
Weil nun dadurch an allen Ecken und Enden das Geld fehlt, wird auch wieder Hetze gegen Flüchtlinge gemacht. Alle werden über einen Kamm geschoren und es wird uns eingeredet, dass es zwei Dinge gibt, wegen denen es in Deutschland nicht mehr gut läuft: weil wir zu wenig Waffen haben und weil wir zuviele Flüchtlinge haben.
vielleicht haben wir auch bald Verhältnisse wie in Amerika, wo der Irre Trump komplett psychotisch um sich
Es ist an der Zeit, zu überlegen, was macht uns Menschen aus?
Nicht der Hass, nicht die Vorurteile und ebensowenig der Egoismus.
Neulich sah ich auf dem Weg zur Arbeit ein Graffiti: Geduld und Güte!
Und das ist es!!!
Es ist kein Zeichen von Stärke, aufeinander rumzudreschen!
Es ist ein Zeichen von Stärke, miteinander zu reden!!!
Beendet alle Kriege weltweit! SOFORT!
Vielen Dank!
Anne-Karin Vetter ist aktiv für den Friedensrat Markgräflerland.