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Antikriegsbewegung in Jugoslawien
Eine längere Geschichte hat die Friedensbewegung in "Jugoslawien" nur in seiner westlichsten Republik, in Slowenien. Dort arbeiten bereits seit Jahren Gruppen an friedenspolitischen Themen. Im Winter 1989/90 begründeten sie die Initiative "Für ein Slowenien ohne Armee", die zeitweilig sehr viel Unterstützung bei den BürgerInnen Sloweniens fand.
In den anderen Republiken begann eine nennenswerte Bewegung erst in diesem Sommer mit der Intervention der Bundesarmee in Slowenien und der sich immer deutlicher abzeichnenden Drohung eines Krieges in Kroatien. Im Juli 1991 gründeten sich in fast allen größeren Städten Antikriegsgruppen oder -zentren. Diese kamen Ende Juli zu einem gemeinsamen Treffen in Sarajevo zusammen, wo sie einen Aufruf "Einladung zu einem Aufstand für den Frieden" verabredeten. Kurze Zeit später wurden durch den Krieg allerdings weitere bundesweite Treffen unmöglich gemacht, wenngleich es immer wieder Versuche dazu gab. (Einer der erfolgreicheren war das Treffen in Kumrovec, wo die "Antikriegskampagne", die jetzt beinahe ausschließlich zu einer Zagreber Gruppe geworden ist, begründet wurde.) Die Antikriegsgruppen verfolgen eine Reihe von Projekten, von denen die Mehrzahl auf lokaler bzw. republikweiter Ebene liegen (z.B. die Petition in Serbien). Ihr "Minimalkonsens" ist die Ablehnung von Krieg und Militarismus; darüber hinausgehend haben sie äußerst unterschiedliche Meinungen zur Vergangenheit wie zur Zukunft "Jugoslawiens" und befinden sich zu unterschiedlichem Maße in Opposition zu ihren Regierungen. Vielleicht liegt es an dieser Unterschiedlichkeit, daß sie selber die Bezeichnung "Antikriegsbewegung" dem Namen "Friedensbewegung" vorziehen.