Schüler*innen sagen: Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht!

Dritter Schulstreik gegen die Wehrpflicht

von Schulstreik gegen die Wehrpflicht
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Am 8. Mai 2026 haben erneut 45.000 Schüler*innen in über 150 Städten die Schule bestreikt. Unter dem Motto „Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht“ haben sie am 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs deutlich gemacht: Die Jugend will keine Wehrpflicht. Die Schülerinnen und Schüler forderten die Rücknahme des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes, einen Stopp der schrittweisen Wiedereinführung der Wehrpflicht sowie einen Stopp von Bundeswehrauftritten an Schulen. Laut aktuellen Zahlen hat erst ein Viertel der 18-Jährigen die Fragebögen der Bundeswehr beantwortet, obwohl Bußgelder drohen. Das zeigt, dass viele Jugendliche keine Lust auf die Wehrpflicht haben.

Die Stimmung bei den Streiks war solidarisch und laut. Die Schüler*innen waren nach dem Vorfall im März, bei dem ein Schüler mit einem Plakat mit der Aufschrift „Merz, leck Eier“ verhaftet wurde, in großer Zahl mit demselben Plakat bei dem heutigen Schulstreik und zeigten so, dass sie zusammenstehen und sich die Politik der Bundesregierung nicht gefallen lassen.

In Münster hat die Polizei wegen des Demospruchs von „Merz, Leck Eier!“ Identitätsfeststellungen durchgeführt und Schüler*innen so eingeschüchtert. Auch in vielen weiteren Städten kam es zu Repressionsfällen wie Einsperrungen in Schulen und Attestpflicht. Phil Werring, 17, Schüler aus Münster erklärt dazu „Wir verurteilen diesen Angriff auf unsere Meinungs- und Versammlungsfreiheit aufs Schärfste! Regierung und Bundeswehr erzählen uns, dass sie auch dafür kämpfen, dass wir gegen sie sein können. Das hört aber auf, wenn sich dieser Widerstand organisiert. Wir lassen uns nicht einschüchtern, denn wir Schüler*innen haben gemeinsam eine große Stärke: Wir stehen zusammen und gehen für unser Interesse weiter auf die Straße. Für jede Repression verteilen wir noch mehr Flyer, diskutieren mit noch mehr Mitschüler*innen. Deshalb macht es mich froh, dass wir trotz Einsperrungen, trotz Einschüchterungen heute so viele auf der Straße sind und Widerstand dagegen leisten, dass wir in Kasernen gezwungen werden sollen, anstatt eine Zukunftsperspektive zu haben.“

Die vorangegangenen Streiktage haben gezeigt, wie groß der Unmut unter den Schülerinnen und Schülern ist. Auch wenn sich heute nicht alle davon erneut am Streik beteiligt haben. Lisa Alexander, 17, Schülerin aus Itzehoe erklärt dazu: „Wir haben drei Streiktage mit zehntausenden Schüler*innen organisiert. Wir haben hunderte Streikkomitees in Städten gegründet und gründen immer mehr Streikkomitees an Schulen. Wir haben Konferenzen organisiert, mit denen sich eine bundesweite Schüler*innenbewegung selbst organisiert. Trotz Abiprüfungen, weniger medialer Aufmerksamkeit und Einschüchterungen waren wir heute mit 45.000 Schüler*innen auf der Straße. Das zeigt, dass es gelingt, Strukturen aufzubauen und den Schulstreik über einzelne Streiktage hinweg weiterzuführen. Wir haben heute klar gemacht: Die Jugend will keine Wehrpflicht. Die Bundesregierung wird sich weiter warm anziehen müssen!“ Die Schulstreiks erhalten breite Unterstützung von Eltern, Lehrer*innen, Gewerkschaften, Studierenden, Friedensbewegung und weiteren Initiativen. Viele GEW-Gliederungen zum Beispiel die GEW Hessen, Bayern und Sachsen – also die Gewerkschaft, in der Lehrkräfte sich organisieren – unterstützen die Schulstreiks. Auch die Landesschüler*innenvertretungen zum Beispiel in Rheinland-Pfalz und NRW rufen zu den Streiks auf.

Als nächste Schritte plant die Bewegung eine Aktionswoche (15.-21.6.) gegen den sogenannten „Veteranentag“, die nächste bundesweite Streikkonferenz Mitte Juli und ihren nächsten Streiktag im Herbst. Bis dahin orientiert sie auf die Arbeit gegen Bundeswehrpräsenz an Schulen und gemeinsame Austauschangebote während der Sommerferien.  

Der Text ist ein Auszug aus der Presseerklärung am 8. Mai von https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/.

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