Cover FF 4_26
4 / 2026

Alternative Sicherheitskonzepte

Weitere Themen:

  • Kriege gegen den Iran und Ukraine
  • Projekt gegen Rechts in Sachsen-Anhalt
  • Atomwaffen und Umwelt

Inhalt

Editorial
Im Blickpunkt
Initiativen
Krisen und Kriege
Friedensbewegung international
Hintergrund
Schwerpunkt

Editorial

Redaktion FriedensForum, Renate Wanie

FriedensForum 4/2026

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser! Wenn eine Zeitschrift wie das FriedensForum zweimonatlich erscheint und einzelne Ereignisse vermeintlich nicht mehr relevant erscheinen, könnte dies als Nachteil gesehen werden. Doch das Thema Frieden hat mit dieser Vorstellung nichts zu tun, denn „Frieden schaffen“ hat den Vorteil, dass seine Themen nicht veralten. Sei es, weil Konflikte selten von heute auf morgen gelöst werden oder Krisen unserer Zeit und speziell aktuelle Kriege mehr werden – vor allem aber, weil Konzepte Ziviler Konfliktbearbeitung einen Frieden bestimmen!

mehr ... Thema: Friedensbewegung

Im Blickpunkt

Otmar Steinbicker

Ukraine-Krieg

Was zählen Menschenleben gegen Börsenkurse?

Als Russlands Präsident Putin nach der Militärparade am 9. Mai Interesse an einem Ende des Krieges in der Ukraine bekundete und Ex-Bundeskanzler Schröder als Vermittler vorschlug, war das ein Signal, dass Putin offenbar begriffen hatte, dass er den Krieg in der Ukraine nicht mehr gewinnen kann. Putins knappe und in sich auch widersprüchliche Äußerungen überraschten. Wollte er noch vor wenigen Monaten die Europäer aus der Suche nach einem Kriegsende heraushalten, so suchte er jetzt ihre Mitwirkung.

mehr ... Thema: Ukraine

Initiativen

Marvin Mendyka

Demonstrationen am 30. Juni in Wiesbaden und Grafenwöhr

Mehr als 2.000 Menschen protestieren für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen

Knapp 2.000 Menschen haben in Wiesbaden unter dem Motto „Keine Mittelstreckenwaffen! Nirgends“ gegen die Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland protestiert. Weitere 250 Menschen kamen im oberpfälzischen Grafenwöhr zu einer parallel stattfindenden Kundgebung zusammen. Mehr als 60 Friedensinitiativen riefen zu dem Protesttag auf.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Militärstützpunkte, Mittelstreckenwaffen
Schulstreik gegen die Wehrpflicht

Schüler*innen sagen: Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht!

Dritter Schulstreik gegen die Wehrpflicht

Am 8. Mai 2026 haben erneut 45.000 Schüler*innen in über 150 Städten die Schule bestreikt. Unter dem Motto „Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht“ haben sie am 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs deutlich gemacht: Die Jugend will keine Wehrpflicht. Die Schülerinnen und Schüler forderten die Rücknahme des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes, einen Stopp der schrittweisen Wiedereinführung der Wehrpflicht sowie einen Stopp von Bundeswehrauftritten an Schulen.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Wehrpflicht und Rekrutierung
Martin Singe

Völkerrechtswidrige Beihilfe zum Krieg stoppen!

Anzeige wegen Angriffskrieg gegen den Iran

Mit einer Verdachtsanzeige an die Generalbundesanwaltschaft (GBA) hatte der Verfasser dieses Artikels im März 2026 die Forderung erhoben, ein Ermittlungsverfahren gegen die Bundesregierung wegen des Verdachts der Beihilfe zu einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg (Völkerstrafgesetzbuch § 13) einzuleiten. Der Anzeige sind inzwischen über 50 Personen beigetreten oder haben eine ähnlich formulierte eigene Anzeige eingereicht. Eine Reaktion der GBA liegt bislang nicht vor. 

mehr ... Thema: Iran, Völkerrecht
Ulrich Wohland

Sieben Fahnen - eine Kampagne

Kampagne „End Cement“ in Heidelberg

Es war wunderbar, frühlingsleicht und sonnentrunken. Zum zweiten Mal fand im April 2026 zehn Tage lang das Camp der Kampagne „End Cement” in Heidelberg statt. Die Zementindustrie ist verantwortlich für 8% der CO2-Emission weltweit. In Heidelberg steht das Hauptquartier von „Heidelberg Materials“ des weltweit zweitgrößten Zement-Produzenten mit ca. 21 Mrd. Euro Umsatz und steigender Börsennotierung. 

mehr ... Thema: Klimakrise, Krieg und Frieden
Yannick Kiesel

Rheinmetall entrüsten

Warum der Protest vor der Konzernzentrale von Rheinmetall notwendig bleibt

Auch im Jahr 2026 fand die Hauptversammlung von Rheinmetall  digital statt. Seit der Covid-19-Pandemie hat der Konzern das Online-Format beibehalten. Die Aktionär*innen treffen sich nicht mehr physisch in Düsseldorf, kritische Stimmen bleiben auf Distanz und Protest scheint aus dem direkten Blickfeld verschwunden. Doch genau deshalb ist es wichtig, weiterhin vor Ort sichtbar zu sein.

mehr ... Thema: Aufrüstung, Friedensbewegung, Rüstungsexporte
Martin Singe

8. Juli 2026: 30 Jahre IGH-Gutachten zu Atomwaffen

Aktionen zum Flaggentag und Hiroshima-Gedenken

Im Jahr 2026 ist der Flaggentag der Major for Peace, der von vielen Friedensinitiativen vor den Rathäusern aktiv mitgestaltet wird, ein besonderer Tag. Denn am 8. Juli 1996 – vor 30 Jahren – hatte der Internationale Gerichtshof erklärt, dass Drohung mit und Einsatz von Atomwaffen generell völkerrechtswidrig seien.  Ende Juni 2026 hat in Hannover deshalb eine Konferenz der IALANA (Jurist*innen gegen Atomkrieg) stattgefunden, auf der die Bedeutung dieses Gutachtens für heute herausgearbeitet wurde (siehe: https://www.ialana.de/ Aktuelles).

mehr ... Thema: Atomwaffen, Flaggentag Mayors for Peace, Friedensbewegung, Hiroshima/Nagasaki

Krisen und Kriege

Clemens Ronnefeldt

Iran-Krieg: Folgen für Weltwirtschaft und Großmächte

Der Iran-Krieg und seine Auswirkungen

Der aktuelle Krieg gegen den Iran hat – wie bereits der Sturz von Präsident Maduro in Venezuela zu Beginn des Jahres 2026 und die damit verbundene US-Kontrolle über die größten Erdölreserven der Erde – den wirtschaftlichen Niedergang der USA als Hintergrund.

mehr ... Thema: Iran
Stefan Peters, Laura Rivera Revelo

Venezuela zwischen Liberalisierung und Ausbeutung

Venezuela nach der US-Militärintervention

Das Jahr 2026 begann mit einem internationalen Paukenschlag. Nach vermehrten Eskalationen im Vorfeld intervenierte das US-Militär völkerrechtswidrig in Venezuela, entführte den Präsidenten Nicolás Maduro, und Präsident Trump kündigte an, dass die USA Anspruch auf die umfangreichen Rohstoffvorkommen des Landes erheben würden. 

mehr ... Thema: Völkerrecht

Friedensbewegung international

Johannes Zang

„Friede ist kompliziert, weil wir ihn nicht wollen“

Zum Zustand des israelischen Friedenslagers

Ein alter israelischer Witz besagt, das ganze Friedenslager passe in eine Telefonzelle. Langzeitfriedensaktivist Hillel Schenker, 84, widerspricht vehement. „Es gibt Zehntausende von Friedensaktivist*innen und Hunderttausende von Unterstützer*innen“, sagt er unserer Zeitung. Seit Jahr und Tag gibt er mit seinem palästinensischen Kollegen Ziad Abu Zayyad das einzige gemeinsame Magazin Palestine-Israel Journal in englischer Sprache heraus (1) und beweist damit immer wieder: Palästinenser*innen und Israelis können kooperieren. 

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Israel / Palästina
Guido Grünewald

Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung steht in Europa unter Druck

Europäischer Jahresbericht zur Lage der Kriegsdienstverweigerung

Rechtzeitig zum Tag der Internationalen Kriegsdienstverweigerung in Europa (15. Mai) hat das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung (EBCO = European Bureau for Conscientious Objection) seinen Jahresbericht zur Lage der Kriegsdienstverweigerung (KDV) in Europa veröffentlicht. 

mehr ... Thema: Wehrpflicht und Rekrutierung

Hintergrund

John LaForge

UN-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag: Mit zweierlei Maß

Eindrücke von der NPT-Konferenz der Vereinten Nationen

Die Vereinten Nationen verschließen die Augen, während die USA im Namen der Nichtverbreitung Bomben abwerfen. Es liegt eine tödliche Ironie in der Gegenüberstellung von Trumps „Anti-Atomkrieg“ gegen den Iran und der derzeit stattfindenden Überprüfungskonferenz der Vereinten Nationen zum Atomwaffensperrvertrag (NPT RevCon). Die Entscheidung, einen Angriffskrieg gegen den Iran zu beginnen, bei dem Tausende Zivilist*innen getötet wurden, wurde (neben anderen öffentlichen Vorwänden) getroffen, um den angeblich beabsichtigten künftigen Bau einer Atomwaffe durch den Iran zu verhindern.

mehr ... Thema: Atomwaffen, Völkerrecht
Annegret Krüger

Wie kann Erinnerungsarbeit ohne Hibakusha aussehen?

Japan: Das Vermächtnis der Überlebenden

Im letzten Jahr konnte ich im August an der Gedenkfeier in der japanischen Stadt Hiroshima teilnehmen, die dem 80. Jahrestag der US-Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und deren vielen Toten gewidmet war. Eine ganz besondere Erfahrung, die ich nicht länger aufschieben wollte, denn es sind die letzten Jahre, in denen es noch möglich ist, die eindringlichen Geschichten der Überlebenden – Hibakusha genannt – persönlich erzählt zu bekommen. Ähnlich wie die Überlebenden und Zeitzeug*innnen der Shoa kommen die Hibakusha dem Ende ihrer Tage unaufhaltsam immer näher.

mehr ... Thema: Atomwaffen, Hiroshima/Nagasaki
Volkert Ohm, Manfred Mohr

Atomwaffen und Völkerrecht

Zur Entwicklung der völkerrechtlichen Schranken gegen Atomwaffen

Das Völkerrecht wird gegenwärtig in einem bestürzenden Ausmaß durch Kriege und skrupellose Machtpolitik verletzt. In besonderem Maße betreffen diese Verletzungen das in der UN-Charta garantierte Rechte der Staaten auf Souveränität und das Recht der Völker auf Selbstbestimmung. Die Vereinten Nationen stehen diesen Angriffen relativ machtlos gegenüber. Dadurch wird wieder einmal deutlich, wie dringend notwendig eine Reform der UN-Strukturen ist. Die mangelnde Durchsetzungskraft der UN sollte allerdings nicht dazu führen, dass der Wert des Völkerrechts geringgeschätzt wird. 

mehr ... Thema: Atomwaffen, Völkerrecht
Wilfried Drews

Krieg und Frieden in einer multipolaren Welt

Buchbesprechung: Weltordnung im Umbruch

Das Buch „Weltordnung im Umbruch. Krieg und Frieden in einer multipolaren Welt“ wurde gemeinschaftlich von Peter Wahl, Erhard Crome, Frank Deppe und Michael Brie geschrieben. Es umfasst 171 Seiten und ist im Herbst 2025 im PapyRossa Verlag erschienen. 

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Jochen Neumann

Praktische Erfahrungen aus dem Wendland und aus Sachsen-Anhalt

Soziale Verteidigung gegen eine rechtsextreme Machtübernahme

Soziale Verteidigung will eine wirksame Alternative im Falle eines Angriffs von außen wie von innen sein. In der klassischen Definition stand als Szenario für einen Angriff von innen ein gewaltsamer Putsch im Fokus. Aber was, wenn der Angriff nicht putschartig erfolgt, sondern schleichend? Wenn demokratische Institutionen und der Rechtsstaat missachtet oder langsam geschliffen werden? Was, wenn menschenfeindliche Haltungen und diskriminierende Handlungen zur Regierungspolitik werden? Wenn durch Wahlerfolge rechtsextremistische Parteien an die Macht kommen? 

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Cornelia Mannewitz

„kriegsdienstblocker.de“ – Propaganda der AfD

Kriegsdienstverweigererberatung von Rechts

Beratung zu Kriegsdienstverweigerung (KDV) ist in Mode. Dabei ist das eine anspruchsvolle Sache – zu der sich allerdings auch solche berufen fühlen, die die Angst der Menschen vor Krieg zur Mobilisierung für ihre Umsturz-Zwecke ausnutzen wollen.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Wehrpflicht und Rekrutierung
Redaktion FriedensForum

Buchhinweise

Neue Publikationen zu Krieg und Frieden

Bertil W. Langenohl (2026): Israels Schwarzer Schabbat und der Krieg in Gaza. Politisch-theologische Interventionen. Lit-Verlag, ISBN 978-3-643-15735-5, 252 S., 19,90 Euro

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Karlheinz Lipp

Vom dekorierten Soldaten des Ersten Weltkrieges zum Friedensfreund

Der Pfarrer Albrecht Gubalke (1886-1943)

Albrecht Gubalke studierte Evangelische Theologie in Marburg und Berlin. Am 22. April 1913 heiratete er Toni Pennewiß, aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Im gleichen Monat erschien ein Friedensaufruf, der sich speziell an Pfarrer und Theologen (Frauen in diesen Berufen gab es zu dieser Zeit noch nicht) wandte und von dem Berliner Friedenstheologen Walther Nithack-Stahn maßgeblich verfasst worden war. Den historischen Bezug dieser Friedensresolution stellte das Jubiläum der Völkerschlacht bei Leipzig (1813) dar.

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Renate Wanie

Augusto Boal: Erfahrung statt Belehrung

Theater der Unterdrückten

Die Darstellungstechniken des Theater der Unterdrückten (ThdU) von dem brasilianischen Theatermacher Augusto Boal sind ideal für eine handlungsorientierte politische Bildungsarbeit. Sie haben das Lernziel, Diskriminierungs- und Gewaltsituationen zu durchbrechen und so zur konkreten Veränderung der Situation beizutragen. Denn das Theater der Unterdrückten fördert Ideenreichtum, den kollektiven und kreativen Umgang mit Konflikten und den Dialog. Es ist Kunst, Kultur, Konflikt und Widerstand zugleich.

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Peter Bürger

Gut geflüstert, Löwe!

Papst Leo XIV. und Donald Trump

Ein Wutanfall des US-Präsidenten und selbsternannten Heilands Donald Trump kommt der katholischen Friedensbotschaft zugute.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Christine Schweitzer

Bundeswehr will bis 2039 zur konventionell stärksten Armee Europas werden

Erste deutsche Militärstrategie

„Gesamtkonzeption militärische Verteidigung. Militärstrategie und Plan für die Streitkräfte. Verantwortung für Europa“ ist der Titel der neuen Bundeswehrstrategie, die Verteidigungsminister Pistorius am 22. April der Öffentlichkeit vorstellte. Es handelt sich um ein 40-seitiges öffentliches Dokument, das auf zwei geheimen Dokumenten zur Militärstrategie und zum Fähigkeitsprofil der Bundeswehr beruht. 

mehr ... Thema: Aufrüstung, Friedensbewegung

Schwerpunkt

Brian Martin

Sicherheit: ein umstrittener Begriff

Was ist eigentlich „Sicherheit“?

Klimaaktivist*innen, die Kohleexporte blockieren, werden von der Polizei empfangen, die Festnahmen vornimmt. Wessen Sicherheit wird hier geschützt? Einwanderungsbehörden nehmen Personen fest, um sie abzuschieben. Wessen Sicherheit steht auf dem Spiel? Die Streitkräfte eines Landes bereiten sich darauf vor, eine ausländische Urananreicherungsanlage anzugreifen. Wessen Sicherheit ist hier betroffen?

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Otmar Steinbicker

Frieden durch Annäherung

Entspannungspolitik

Es mutet schon ein wenig seltsam an, zu einem Schwerpunkt „Alternative Sicherheitskonzepte“ einen Beitrag zur Entspannungspolitik zu schreiben. Schließlich war die Entspannungspolitik in ihren Anfängen keine Theorie, die versucht wurde, in die Praxis umzusetzen, auch wenn später kluge Menschen aus Politik und Wissenschaft dazu kluge, theoretisch fundierte Strategien zu ihrer Umsetzung entwickelten.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Robert Hülsbusch

Wie aus einer kirchlichen Initiative ein friedenspolitischer Impulsgeber wurde

Zehn Jahre „Sicherheit neu denken“

Als die Initiative „Sicherheit neu denken“ im Jahr 2015 in der Evangelischen Landeskirche in Baden angestoßen wurde, ahnten wohl nur wenige, welche Reichweite dieses Projekt einmal entfalten würde. Heute, zehn Jahre später, ist aus einem kirchlich angeregten Denk- und Diskussionsprozess ein weithin beachteter friedenspolitischer Bezugspunkt geworden: in Deutschland, zunehmend in Europa und sogar in Teilen Afrikas. 

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Sicherheit neu denken
Werner Wintersteiner

Mehr Sicherheit ohne Waffen!

Zur Aktualität des Thirring-Plans

Gemäß der vorherrschenden veröffentlichten Meinung stehen wir, angesichts der heutigen Polykrise, der Kriegsdynamik und einer Weltkriegsgefahr, vor der Alternative: Entweder wir verschließen die Augen vor der harten Realität, folgen pazifistischen Illusionen und wiegen uns in einer trügerischen Sicherheit, dann würden wir den Aggressoren dieser Welt hilflos ausgeliefert sein. Oder wir stellen uns den Gefahren, rüsten massiv auf, materiell wie auch geistig, und bereiten uns darauf vor, kriegstüchtig zu sein. Dazu muss die Europäische Union eine weitere Supermacht werden.

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Martin Singe

Zivile Konfliktbearbeitung

Militärischen Konfliktaustrag zurückdrängen – Zivile Lösungen vorantreiben!

Zivile Konfliktbearbeitung (ZKB) meint den Versuch, inner- oder zwischenstaatliche Konflikte, die das Potential zu gewaltsamer oder kriegerischer Eskalation in sich tragen, durch vorbeugende und auf Interessenausgleich und -vermittlung zielende Interventionen auf friedliche Weise zu lösen.

mehr ... Thema: Zivile Konfliktbearbeitung
Christine Schweitzer

Konflikttransformation als Aufgabenfeld von Staat und Zivilgesellschaft

Akteure internationaler Ziviler Konfliktbearbeitung

In Deutschland wie in anderen Ländern war seit den frühen 1990er Jahren das Interesse an Ziviler Krisenprävention und Ziviler Konfliktbearbeitung (Konfliktransformation) in internationalen Konflikten stark angewachsen. Einschlägig tätige Nichtregierungsorganisationen und Institutionen der Vereinten Nationen und der OSZE (heute auch der Afrikanischen Union) haben ein reichhaltiges Instrumentarium an Strategien und Instrumenten der Konfliktbearbeitung geschaffen.

mehr ... Thema: Zivile Konfliktbearbeitung
Christine Schweitzer

Internationale Sanktionen

Können Sanktionen zur Deeskalation von Konflikten beitragen?

Schon nach dem Ersten Weltkrieg gab es die Hoffnung, dass Sanktionen den Krieg als Mittel der Politik ablösen könnten. (1) Aber nach über einhundert Jahren ist die Bilanz dieses Instruments nicht besonders positiv. Inzwischen wird auch in eher konservativen Kreisen der Konfliktforschung die Frage nach ihrer Wirksamkeit gestellt und sehr differenziert betrachtet. (2)

mehr ... Thema: Völkerrecht
Dalilah Shemia-Goeke

Gewaltfreier Widerstand

Wirksamer Widerstand für mehr Sicherheit und Frieden

Methoden gewaltfreier Bewegungen, wie Massendemonstrationen, Arbeitsverweigerung oder Sitzblockaden, werden oft angewandt, um gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen. Es gibt darüber hinaus jedoch auch Fälle, in denen solche Aktionsformen im Kontext bewaffneter Konflikte genutzt wurden, etwa um Besatzungen zu beenden oder Frieden herbeizuführen und somit gewaltfrei für Sicherheit zu sorgen. Eine klassische Kategorisierung gewaltfreier Aktionsformen nach Gene Sharp ordnet Methoden danach, ob Menschen protestieren, sich verweigern oder gewaltfrei intervenieren. (1)

mehr ... Thema: Gender und Frieden, Zivile Konfliktbearbeitung
Jochen Neumann

Soziale Verteidigung

Soziale Verteidigung – Was ist das und vor allem wie geht das?

Soziale Verteidigung ist eine gewaltfreie Antwort auf Angriffe von außen und innen auf unser Leben, unsere natürlichen Lebensgrundlagen und unsere demokratischen und menschenrechtsbasierten Gesellschaftsformen.  Gewaltfrei bedeutet, Soziale Verteidigung verzichtet bewusst auf den Einsatz militärischer oder physischer Gewalt.

mehr ... Thema: Zivile Konfliktbearbeitung
Jochen Neumann

Modellregionen für Soziale Verteidigung

Netzwerk „Wehrhaft ohne Waffen“

Netzwerk „Wehrhaft ohne Waffen“ Modellregionen für Soziale Verteidigung  Jochen Neumann

mehr ... Thema: Zivile Konfliktbearbeitung
Andreas Brinkmann

Wie Soziale Verteidigung vorbereitet werden könnte

Sicherheit durch militärische Aufrüstung?

Die militärische Aufrüstung hat weltweit eine Dynamik angenommen, die nicht mehr zu stoppen ist, weil die kapitalistische Dynamik von einem – international gesehen - gesamtwirtschaftlich so bedeutenden Industriezweig ein ständig weiteres Wachstum verlangt. Wachsen kann der militärische Sektor aber nur, wenn auch die Nachfrage entsprechend zunimmt, was wiederum den Verbrauch der Waffen in militärischen und paramilitärischen Einsätzen voraussetzt.

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Wilhelm Nolte

Über Gewaltfreie Verteidigung Offener Städte die Zivilisierung von Verteidigung vorantreiben

Wehrrecht auf Wehrdienst ohne Waffen

Streiken? „Wir wollen eine Zukunft ohne Zwang und ohne Militarisierung!“ erklärt Annegret Krüger für das Netzwerk Friedenskooperative zur Unterstützung des Schulstreiks gegen Wehrpflicht. Der Aufruf erreicht mich kurz vorm Abgabetermin einer Kurzfassung meines Vortrages „Autonome Städteverteidigung: Potenziale und Grenzen gewaltfreien Widerstands“ auf dem Studientag des Instituts für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung (IFGK): „Gewaltfreie Verteidigung - Historisch und heute“ am 7.3.2026.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Wehrpflicht und Rekrutierung
Julia Kramer

Schutz macht Sicherheit

Unbewaffnete Schutzansätze

„Und was tun, wenn wir angegriffen werden?“ – diese Frage hat jede*r in der Friedensbewegung sicher schon einmal gehört. Was bedeutet menschliche Sicherheit im Angesicht von gewaltsamen Angriffen? Können wir uns selbst, uns gegenseitig, die Versorgung von Grundbedürfnissen, die Verwirklichung von Menschenrechten und unsere Gesellschaften gewaltfrei schützen? Inspiriert von der Jahrestagung des Bund für Soziale Verteidigung e.V. im April 2026 zum Thema Schutzkonzepte hier ein Rundumblick, welche Möglichkeiten diese bieten können:

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Zivile Konfliktbearbeitung