Redebeitrag für den Ostermarsch in Jena am 19. April 2025

 

- Es gilt das gesprochene Wort –

 

Ein herzliches Willkommen an alle,

Kriege brechen nicht einfach aus, das wird oft so dargestellt um die eigentlich Verantwortlichen im Hintergrund zu halten. Nein. Wir schlittern nicht einfach so in Kriege hinein. Kriege werden von langer Hand über viele Jahre systematisch geplant. Konzeptionell, strategisch, materiell, logistisch und propagandistisch. Propagandistisch herrscht auch im deutschen Blätterwald und in der Politik Elite Kriegshysterie. Materiell ist der Boden mit vielen Milliarden Euros bereitet. Strategisch und logistisch gehört unter anderem der  Operationsplan Deutschland innerhalb der NATO Strategie dazu.

Dazu spreche ich. Viele Worte kann ich nicht machen, denn - er ist geheim, der OP Plan!

Was schon bekannt ist, ist dass das operative Führungskommando in der Julius Leber Kaserne in Berlin liegt. Bekannt ist auch, wer den Ernstfall einschätzt und ausruft. Unsere kluge, diplomatisch versierte und friedliebende Regierung. 

Das schafft doch Vertrauen in der Bevölkerung.

Im Falle der Zuspitzung der sicherheitspolitischen Lage, bei Ausrufung des Bündnis - und Verteidigungsfalls durch eben dieses Gremium müssen dann sehr schnell, sehr große Truppenkontingente der NATO von den Häfen der Nordsee durch das Transitland Deutschland transportiert werden. Wir sind die Drehscheibe für Aufmarsch und Versorgung der NATO Truppen. Die Hauptlast, wer trägt sie? Der Osten! Endlich können wir uns beweisen! Die Autobahnen, Strassen - und Schienennetze, die Flughäfen, Rast - und Sammelplätze (sog. Convoy-Support-Center) in Thüringen, Sachsen Anhalt, Sachsen und Brandenburg werden vorbereitet. Die Grenzübergänge zur Ostflanke (der Feind steht natürlich fest) in Sachsen melden Bereitschaft. Die Panzergrenadierbrigaden in Gera, Bad Salzungen, Gotha und Bad Frankenhausen dürfen als erste mit dabei sein. In 3 bis 6 Monaten ziehen dann 800.000 Soldaten und 3 bis 400.000 Fahrzeuge (Panzer auch) nach Osten. Eine Kolonne von ca 13.000 Kilometern.... Gesamtgesellschaftliche Aufgaben ergeben sich auch für uns. Vielleicht Verpflegung oder Schlafplätze... es wird sich zeigen, das ist noch geheim. Der Operationsplan Deutschland schließt nahtlos an von der Pickelhaube 1914 zum Stahlhelm 1939. Deutsche Eliten müssen einfach ( bis auf wenige hoch zu achtende Ausnahmen) eine Führungs - und Vorreiterrolle einnehmen. Auch negative Tradition verpflichtet.

Zwingend aus dieser gigantischen, zutiefst unmoralischen Aufrüstung und herbei geplantem Krieg:

Es geht auf Kosten

  • Unserer Kinder und Kindeskinder
  • Unserer alten Menschen
  • Unserer Umwelt
  • Unserer gesamten Sozialsysteme (Gesundheit, Bildung usw)
  • Unserer Menschlichkeit und unseres friedlichen Gedeiens

Fest steht, und viele Quellen belegen es, die NATO ist das größte Militärbündnis der Welt. Es ist in allen Waffen Gattungen der Russischen Föderation zahlenmässig haushoch überlegen. Außer bei Atomwaffen. Ich hoffe, von deren Anwendung steht nichts im Operationsplan D!

Warum lassen wir uns immer wieder in Kriege schicken? Wo sind die Mütter und Väter die Angst haben um ihre Söhne und Töchter. Wir sind hier, wo sind die anderen?

Ich hoffe, ich habe euch etwas ermutigt euren Friedenswillen zu zeigen!

Und schließe mit einer Strophe von Gerhard Schöne aus dem Lied an den Feind, das ich gerne zur Friedenshymne machen würde!

Lieber Feind in der Ferne,
Der du selbst keinen Krieg willst,
Der du nur deine Pflicht tust
Zur Erhaltung des Schreckens,
Bitte hör deinen Feind an.
Wenn sie dir heute sagen:
"Der da will dir ans Leben!
Will dein Haus niederbrennen,
Deinen Garten vergiften,
Deine Heimat vernichten!"

Glaub ihnen nicht.
Glaub ihnen nicht.
Glaub ihnen nicht, um Himmels Willen.

Hier die restlichen Strophen, die ALLES sagen. (Nicht in der Rede)

Lieber Feind in der Ferne,
Liest du heut in der Zeitung,
Wie gefährlich dein Feind ist,
Wie gefräßig er lauert,
Um dein Land zu vernichten.
Und wenn sie dir befehlen:
„Leg sein Land jetzt in Asche!
Schieß im Namen der Freiheit!
Lösch ihn aus, diesen Unmensch,
Und lass nichts von ihm übrig!“
Folg ihnen nicht.
Folg ihnen nicht.
Folg ihnen nicht, um deinetwillen.
Lieber Feind in der Ferne,
Du weißt nicht, wer dein Feind ist.
Du, wir sollten uns schreiben,
Um uns kennenzulernen.
Ich schick dir ein paar Fotos.
Ich mag auch Stevie Wonder.
Kennst du schon Okudshawa?
Nun sag bloß, du singst selber
Dann und wann zur Gitarre
Und hängst gern einem Traum nach.
Schreib mir davon.
Schreib mir davon.
Schreib mir davon, um meinetwillen.
Lieber Feind in der Ferne,
Unbekannter Verwandter,
Du sollst wissen, dein Feind hängt
Genauso am Leben
Und trägt sich noch mit Hoffnung.
Glaube nicht den Berichten,
Folge nicht den Befehlen,
Richte nicht das Visier auf den Bruder, den Freund,
Denn du träfest dich selber.
Glaub mir aufs Wort.
Glaub mir aufs Wort.
Glaub mir aufs Wort, um unsertwillen.

Vielen Dank.

 

Angelika Hesse ist aktiv bei der Friedensgruppe Jena.