Redebeitrag für den Ostermarsch in Fulda am 19. April 2025

 

- Es gilt das gesprochene Wort –

 

Liebe Friedensfreundinnen und liebe Friedensfreunde!

Ich freue mich über die Einladung zum Ostermarsch hier in Fulda. Ich freue mich über das Engagement des Friedensforums Osthessen. Wenn in allen Medien übermächtig für Aufrüstung geworben wird, wenn Schulen, Universitäten, Krankenhäuser kriegstüchtig gemacht werden sollen, wenn unvorstellbare 500 Milliarden Euro an Krediten für Hochrüstung und Kriegsvorbereitung aufgenommen werden aber kein Wort verloren wird über die Möglichkeiten, Krieg zu vermeiden - spätestens dann braucht es unseren Widerstand!

Wir wollen keinen Krieg!

Wir wollen, dass die Waffen schweigen! Statt deutschen Waffenexporten wollen wir eine friedensorientierte Außenpolitik, Diplomatie und Verhandlungen! Es dürfen nicht weiterhin tausende und abertausende Menschen verheizt werden: Nicht in der Ukraine und nicht in Russland! Und wir wollen auch nicht zusehen, wie mit deutschen Waffen in Gaza ein Völkermord stattfindet!  Und wie in vielen anderen kriegerischen Konflikten alle 14 Minuten ein Mensch durch eine deutsche Waffe getötet wird! Es braucht alle unsere Anstrengungen, eine starke Friedensbewegung aufzubauen.Es braucht eine starke Stimme für den Frieden und da ist jede kleine und große Aktion wichtig!

Ich spreche heute für das Bündnis „Friedlicher Hessentag“. Das jährliche Volksfest der Hessen findet in diesem Jahr in meinem Heimatkreis – in der Wetterau – statt:
Vom 13. bis 22. Juni in Bad Vilbel.

Das ist ja eigentlich was schönes, so ein Volksfest, bei dem sich viele Menschen aktiv beteiligen können und sich vergnügen. Aber es gibt auch die Beteiligung der Bundeswehr mit einer Waffenschau und zahlreichen Veranstaltungen. Seit einigen Jahren wird auf dem Hessentag für mehr Akzeptanz von Militär in der Gesellschaft geworben. Die Bundeswehr sei schließlich eine demokratisch legitimierte Armee und gehöre mitten in die Gesellschaft, so wird das begründet. Während des Hessentages machen junge Frauen und Männer in Flecktarn den Fahrdienst für Gehbehinderte aus den Seniorenheimen und bieten dem Publikum Essen und Musik. Man präsentiert den Besuchern auch Panzer, Panzerwagen mit Maschinengewehr, Hubschrauber und einiges mehr.

Groß und Klein dürfen auf und in den Panzern herum klettern. Schülerinnen und Schüler werden eingeladen. In 90minütigen Vorträgen bekommen sie Informationen über die Vorzüge der Bundeswehr als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb. Gegen diese Auftritte der Bundeswehr hat sich das Bündnis „Friedlicher Hessentag“ gegründet. Wir kritisieren explizit die Werbung und Rekrutierung bei Jugendlichen. Wir kritisieren, dass das Bild vermittelt wird, militärische Macht sei der Garant für eine friedliche Lösung von Konflikten oder man könne sie durch Militäreinsätze beenden. Beim Hessentag, dem Fest der Hessen, sollte für friedliche Konfliktlösungen geworben werden, so wie es im Paragraph 69 der Hessischen Verfassung verankert ist: "Hessen bekennt sich zu Frieden, Freiheit und Völkerverständigung. Der Krieg ist geächtet. Jede Handlung, die mit der Absicht vorgenommen wird, einen Krieg vorzubereiten, ist verfassungswidrig.“

Weil die Militarisierung durch die aktuelle Hochrüstung in vielen gesellschaftlichen Bereichen sichtbar wird, und weil wir eine Entwicklung sehen, die sich immer weiter von diesem Verfassungsauftrag entfernt,
rufen wir euch auf:

Schließt euch unserem Protest an!

Informiert euch auf unserer Webseite www.friedlicher-hessentag.de über die Aktionen in diesem Jahr. Kommt zur Demonstration am 14. Juni nach Bad Vilbel. Startpunkt ist um 14 Uhr am Bahnhof Bad Vilbel.
Ihr könnt dort schon mal üben, denn im nächsten Jahr findet der Hessentag hier in Fulda statt.
Und wir hoffen, dass sich auch hier ein Bündnis für einen friedlichen Hessentag zusammenfindet!

 

Gabi Faulhaber ist aktiv beim Bündnis "Friedlicher Hessentag".