Grußwort für die Hiroshima / Nagasaki-Gedenkveranstaltung 2026 in Deutschland

Botschaft des Präsidenten der Bürgermeister für den Frieden (Mayors for Peace):

Es ist mir eine Ehre und Freude, diese Botschaft anlässlich der Gedenkfeiern zu Hiroshima und Nagasaki in ganz Deutschland zu übermitteln.

Am 6. August 1945 verwandelte eine einzige Atombombe die Stadt Hiroshima in einem Augenblick in eine verbrannte Ebene und forderte unzählige Menschenleben. Die Hibakusha – die Überlebenden – leiden seitdem unter lebenslangem seelischem und körperlichem Leid, verstärkt durch soziale Diskriminierung, Vorurteile und die anhaltenden Folgen der Strahlung. Auch heute noch stehen viele vor großen Herausforderungen.

Russlands Invasion in der Ukraine und das Chaos im Nahen Osten beschleunigen die militärische Aufrüstung weltweit. In einigen Ländern bestärken politische Entscheidungsträger die Vorstellung, dass Atomwaffen für die nationale Verteidigung unerlässlich seien. Diese Entwicklungen missachten eklatant die Lehren, die die internationale Gemeinschaft aus den Tragödien der Geschichte hätte ziehen sollen. Sie drohen, die Friedensbemühungen zu zerstören, an deren Aufbau so viele unermüdlich gearbeitet haben.

In Zeiten wie diesen ist es unerlässlich, im Geiste Hiroshimas zu handeln – eines Geistes, der sich nach dem friedlichen Zusammenleben und dem Wohlstand der gesamten Menschheit sehnt. Dieser Geist ist eng mit dem Appell der Hibakusha verbunden, die, nachdem sie vergangenes Leid ertragen und Hass überwunden haben, darauf bestehen, dass niemand jemals so leiden soll wie sie. Um die politischen Entscheidungsträger, die Sicherheitspolitiken verfolgen, die auf engstirnigen Eigeninteressen und nuklearer Abschreckung beruhen, zum Umdenken zu bewegen, dürfen wir, die wir eine wahrhaft friedliche Welt anstreben, niemals aufgeben. Stattdessen müssen wir uns noch stärker dafür einsetzen, einen Konsens in der Zivilgesellschaft für die Abschaffung von Atomwaffen zu erzielen.

Um dies zu erreichen, muss jeder von uns weniger an sich selbst und mehr an andere denken. Es ist entscheidend, Basisinitiativen auszubauen, indem wir den kulturellen Austausch, die Kultur, Kunst und Sport fördern, stärken und aktiv Möglichkeiten schaffen, den Willen zum Frieden zu teilen. Daher ist es von größter Bedeutung, dass Sie in ganz Deutschland Gedenkveranstaltungen zu Hiroshima und Nagasaki organisiert haben, um für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen zu werben. Dafür gebührt Ihnen mein tiefster Respekt.

Mayors for Pace erweitert gemeinsam mit seinen rund 8.600 Mitgliedsstädten weltweit den Kreis der Solidarität und des bürgerschaftlichen Engagements über Grenzen hinweg und fördert eine Kultur des Friedens, die sich entschieden gegen militärische Gewalt stellt. Damit werden wir die Politik dazu bewegen, von der nuklearen Abschreckung zu einer Sicherheitspolitik überzugehen, die auf Vertrauen und Dialog basiert. Ich möchte Sie bitten, sich unseren Initiativen zur Abschaffung von Atomwaffen anzuschließen und den Weg zu einem dauerhaften Weltfrieden zu ebnen.

Abschließend wünsche ich Ihnen viel Erfolg für diese Veranstaltung sowie Gesundheit und Wohlbefinden für alle Teilnehmenden.

  • Arbeitsübersetzung aus dem englischen Original: jps

 

Hier der englische Orginaltext:

Message from the President of Mayors for Peace:

It is both my honor and pleasure to send this message on the occasion of "Hiroshima and Nagasaki Commemorations throughout Germany".

On August 6, 1945, a single atomic bomb instantly reduced the city of Hiroshima to a scorched plain, claiming countless precious lives. The hibakusha—those who managed to survive— have endured lifelong mental and physical suffering, compounded by social discrimination, prejudice, and the lasting effects of radiation. Even today, many continue to face profound challenges.

Russia’s invasion of Ukraine and the chaos in the Middle East are accelerating military buildups around the world. In some countries, policymakers are reinforcing the notion that nuclear weapons are essential for national defense. These developments flagrantly disregard the lessons the international community should have learned from the tragedies of history. They threaten to topple the peacebuilding frameworks so many have worked tirelessly to construct.

In times like these, it is vital to act in accordance with the Spirit of Hiroshima—a spirit that yearns for the peaceful coexistence and prosperity of all humanity. This spirit is entwined with the plea of the hibakusha, who, having endured past grief and overcome hatred, insist that no one should ever suffer as they have. To urge policymakers who pursue security policies rooted in narrow self-interest and nuclear deterrence to revise their policies, we, who aspire to a truly peaceful world, must never give up. Instead, we must work even harder to build civil society consensus for the abolition of nuclear weapons.

In order to achieve this, each of us must think less about ourselves and more about each other. It is crucial to expand grassroots initiatives by vitalizing cultural arts and sports exchanges that contribute to the culture of peace, and by proactively creating opportunities to share the will for peace. As such, it could not be more meaningful that you have organized “Hiroshima and Nagasaki Commemorations throughout Germany” to call for a peaceful world free of nuclear weapons. For this, you have my deepest respect.

Mayors for Pace, together with its approximately 8,600 member cities around the world, continues to expand the circle of solidarity and citizen-led action across borders and instill the culture of peace, which stands in firm opposition to military force. In doing so, we will urge policymakers to shift from nuclear deterrence toward security policies grounded in trust and dialogue. I would like to ask you to join our initiatives to eliminate nuclear weapons and illuminate the path to lasting world peace.

In closing, I extend my best wishes for the great success of this event, as well as the good health and happiness of all in attendance.