In unserer Zeitschrift "FriedensForum" berichten wir über akutelle Aktionen und Kampagen aus der Friedensbewegung. Gerne senden wir dir ein kostenloses Probeexemplar zu!
Redebeitrag für den Ostermarsch in Köln am 4. April 2026
- Es gilt das gesprochene Wort -
Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,
Der wissenschaftlich-technologische Fortschritt auf der Welt ist unglaublich und hat zahlreiche Wunder geschaffen. Unser gesammeltes Wissen und unsere Produktivität sind mehr als ausreichend, um allen ein Leben in Würde ohne Not und zu ermöglichen. Wir haben so viel geschaffen, dass es keine materielle Knappheit mehr gibt, dass 1/12 der Weltbevölkerung noch unter Hunger leiden muss, dass über 1/10 arm ist. Wir könnten die Weltbevölkerung mehr als doppelt auskömmlich ernähren und allen ein Leben nicht nur des Minimums, sondern des Genusses ermöglichen.
Doch der gesellschaftlich produzierte Reichtum kommt noch den wenigen statt den vielen zugute.
Gegen all unsere geschaffene Kultur, Aufklärung und Solidarität, werden immer wieder kriegerische Gewalt und Zerstörung bemüht, den gesellschaftlichen Fortschritt anzuhalten.
Gerade schon eindrucksvoll Gehört was für Elend und Mord die Nato und Israel in der Welt verüben; Vom Völkermord in Gaza, ausgeweitet auf ganz Palästina und dem Libanon, Venezuela, Iran und Kuba. Währenddessen werden beachtliche Teile der jungen Bevölkerungen und Landschaften der Ukraine und Russland in einem ziellosen Stellvertreterkrieg zerstört.
Schauen wir auf den Rüstungshaushalt und die Profite der Rüstungsunternehmen wird eines sehr deutlich: Die Gewalt geht von hier aus.
Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch: der Frieden und die Beendigung der Kriege können von hier aus gehen.
Ich möchte hier deshalb mal aus den Kämpfen an und um die Uni zu berichten:
Immer mehr und aggressiver schreit die Rüstungslobby nach ungehinderten Zugang zu den Hochschulen. Jede Woche erscheint ein neuer Artikel über die Gefahr der Zivilklausel und die Notwendigkeit von Rüstungsforschung an den Unis.
Als Konsequenz aus Weltkrieg und Faschismus haben wir erstritten, dass viele Hochschulen sich mit den Zivilklauseln selbst verpflichten, nur friedlich zu forschen, was der Zeitenwende ein riesen Dorn im Auge bleibt.
Aber was eine Absurdität diese Angriffe auf sie sind: die Gefahr kommt nicht von dem Forschen für den Frieden, sondern den Waffen, für die wir forschen sollen.
Immer mehr wird versucht, die Wissenschaft auf nationale und Profitinteressen zu zwingen. Wissenschaftskooperationen sollen vor allem dem Standort Vorteile bringen, statt dem Fortschritt und Wissen soll immer mehr was zum Horten, statt teilen werden.
Preissteigerungen und unbezahlbare Mieten, ohne Abhilfe bei der Studienfinanzierung machen das Studium immer unbezahlbarer. Wenn dann die Löhne bei der Bundeswehr astronomisch hoch sind, ist klar, was für die Jugend vorgesehen ist: Töten und Zerstören lernen, statt zu schaffen und Kultur.
Das gleiche gilt für die Hochschulfinanzierung. Immer stärker werden die Gelder gekürzt, während der Bund mit sozusagen unendlich viel Geld wie ein hungriger Geier im Hintergrund lockt.
Die Zeitenwende ist aber schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Eine Wissenschaft, die national beschränkt wird und neue Tode erfinden soll, wird bald die neuen Erkenntnisse ausgehen und verwesen.
Eine Wirtschaft kann nicht aufblühen, weil durch die unproduktivsten Investitionen überhaupt deren Zweck nur Zerstörung ist.
Unsere Ansprüche auf Menschenwürde und die unserer Mitstreiter weltweit können nicht einfach weg bombardiert werden.
Stattdessen ist es dringend an der Zeit, die aktuellen Verhältnisse, durch produktive, Friedliche und international kooperative abzulösen!
Jetzt an den Hochschulen und überall müssen wir, statt des Krieges, die drängenden Menschheitsfragen angehen.
Das Geld, das jetzt im Rüstungshaushalt ist, müssen wir dort herausringen und stattdessen in Bildung, Forschung und Nachhaltige Entwicklung investieren.
Wir haben nämlich sehr vieles besseres vor:
Es gibt Armut, Hunger, Klimawandel und Kriege zu überwinden. International gilt es dringender denn je, das Völkerrecht zu verwirklichen und eine Gesellschaft aufzubauen, in der der Mensch das Ziel ist.
Vielen Dank!
Frederick Heinz Vorsitzender des Astas der Uni Köln.