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Redebeitrag für den Ostermarsch Würzburg am 4. April 2026
- Es gilt das gesprochene Wort -
Ohne Gerechtigkeit kein Frieden.
Liebe Freundinnen und Freunde,
Ich begrüße euch auch ganz herzlich und danke euch, dass ihr heute hier seid. Euer Kommen zeigt, Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, sondern unsere gemeinsame Aufgabe. Wir setzen ein sichtbares Zeichen für Gewaltfreiheit und Gerechtigkeit. Wir knüpfen ein Netzwerk der Friedensfähigen, nicht der Kriegstüchtigen. Sowohl in den Elternhäusern als auch in den Kindergärten und Schulen können wir die Kinder befähigen, bewusster und fairer mit Konflikten umzugehen bzw. diese zu lösen. Wir müssen ihnen auch vorleben, dass Gerechtigkeit eine Grundvoraussetzung für einen positiven Frieden ist. Es gibt noch viel zu tun, denn bitter, wirklich bitter ist die momentane Realität. Ist es gerecht, dass die zwölf reichsten der Welt mehr Geld haben als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, wobei ihr Vermögen noch rasant weiter zunimmt?
Was läuft da schief, dass in unserem Land, das immer noch zu den reichsten der Welt gehört, Millionen Menschen armutsgefährdet sind? Darunter sehr viele Kinder, alleinlebende und allein erziehende Menschen sind besonders betroffen. Wir wissen, dass die daraus entstehende Frustration und Unzufriedenheit viele Menschen in die Arme von Politikern treibt, die mit leeren Versprechungen die Zukunft düster erscheinen lassen. In den armen Ländern führen die ausbleibenden Verbesserungen der Lebensverhältnisse zu immer mehr Fluchtbewegungen. Ist es gerecht, dass die Ausgaben für die militärische Aufrüstung ins schier unermessliche steigen, während die Entwicklungshilfe nicht nur in den USA, sondern auch bei uns gekürzt wird? Dies hat katastrophale Folgen für die Menschen in der sogenannten dritten Welt.
Gerechtigkeit hat viele Facetten. Zu fordern sind faire Löhne, sowohl in den Billiglohnenländern als auch bei uns. Faire Erzeugerpreise z.B. wie für die Landwirte fairer Ausgleich für die Folgeschäden des Klimawandels zu leisten vor allem von den diesen verursachenden Industrienationen und der Mitbeteiligung von China und Saudi-Arabien als Geldgeber. Wir brauchen weltweit einen Dialog auf politischer und zivilgesellschaftlicher Ebene mit folgenden Themen: Was sind eure Interessen? Was erwarten wir von euch? Welche Lösungen werden beiden Seiten gerecht? Wenn all das wenigstens ein gutes Stück weit gelingen würde, wäre das nicht wesentlich effektiver, nachhaltiger und letztendlich auch Ressourcenschonender als der aktuelle Rüstungswettlauf.
Willst du den Frieden, schaffe Gerechtigkeit, besteuer die Reichen,Tax the Rich.
Soweit meine Rede und ich möchte in diesem Zusammenhang auf zwei aktuelle Pressemitteilungen von Pax Christi, für die ich ja hier stehe, verweisen, die am Infostand bzw. auf der Homepage nachzulesen sind. Vom 26. März ganz aktuell zum Thema Rüstungsexportstopp für die gesamte Golfregion. Hintergrund ist, dass die Bundesregierung durch den Erlass der sogenannten Allgemeingenehmigung Nummer 48 temporär den Genehmigungsprozess für Waffenexporte in einige Golfstaaten ausgesetzt hat und damit ohne die Notwendigkeit einer öffentlichen Debatte im Parlament nahezu ungehemmt Rüstungsgüter künftig in diese Konfliktregionen exportiert werden können. So wie vom 30. Noch aktueller zum Thema jetzt keine Rüstungsgüter an Israel liefern. Deutschland ist nach den USA der zweitwichtigste Rüstungslieferant für Israel. In den letzten Jahren stammte knapp ein Drittel der israelischen Rüstungsimporte aus Deutschland. Hierdurch sowie durch eine zunehmend engere Zusammenarbeit in der Ausbildung von Militär und Polizei macht Deutschland sich mitschuldig am durch die aktuelle israelische Politik verursachten Leid. Der Zivilbevölkerung in Gas, der Westbank, im Süd, Libanon und im Iran.
Zum Schluss verweise ich auf die Möglichkeit am Infostand die Aktion nicht mit mir Protest gegen die massive Aufrüstung Deutschlands durch eure Unterschrift zu unterstützen. Danke für euer Kommen. Danke für euer zuhören.
Werner Lick ist aktiv bei Pax Christi.