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Ursula Sautter, Bonn

Redebeitrag für die Hiroshima / Nagasaki-Gedenkveranstaltung am 6. August 2025 in Bonn

 

- Sperrfrist: 6.8., Redebeginn: 18:00 Uhr -
- Es gilt das gesprochene Wort –

 

Sehr geehrter Herr Nicoll,
liebe Vertreterinnen und Vertreter der Bonner Friedens-Initiativen,
meine Damen und Herren,

mein Name ist Dr. Ursula Sautter, ich bin Bürgermeisterin der Stadt Bonn. Frau Oberbürgermeisterin Dörner, die heute zu ihrem großen Bedauern leider nicht persönlich hier sein kann, hat mich gebeten, Ihnen die herzlichsten Grüße zur heutigen Gedenkveranstaltung auszurichten.

Heute vor genau 80 Jahren, am 06. August 1945, ging das erste Mal in der Geschichte der Menschheit eine Atombombe auf eine Stadt nieder. Um 8:15 Uhr Ortszeit wurde die Bombe „Little Boy“ auf die Stadt Hiroshima abgeworfen. Nur drei Tage später, am 09. August 1945, folgte der Abwurf der Bombe „Fat Man“ auf Nagasaki.

Allein in Hiroshima starben mindestens 90.000 Menschen sofort, weitere 130.000 in den darauffolgenden Monaten. Die Betroffenen erlebten unsägliches Leid. Bis heute leben die Menschen in Hiroshima und Nagasaki mit den unfassbaren Folgen dieses Angriffs.
An die Opfer erinnern wir uns heute - an die Toten und die Lebenden, auch an die nächsten Generationen. Die schrecklichen Bilder von Leid und Verwüstung, Tod und Verstümmelung, haben sich tief in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingegraben. Sie dürfen niemals in Vergessenheit geraten.

Wir begrüßen deshalb, dass der Oberbürgermeister von Hiroshima eine Initiative gegen das Vergessen und für den Frieden in aller Weit ins Leben gerufen hat. Voller Überzeugung ist die Stadt Bonn bereits seit 2009 Mitglied dieser Initiative: „Mayors for Peace“.

Noch immer bedrohen Atomwaffen weltweit die Menschheit. Mit großer Sorge beobachten wir die aktuelle weltpolitische Lage. Die Gefahr eines Einsatzes von Atomwaffen ist heute größer als zuvor: Die Anzahl internationaler, bewaffneter Auseinandersetzungen hat dieses Jahr mit 56 Konflikten einen neuen, traurigen Höchststand erreicht. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es nicht so viele militärische Konflikte zwischen Staaten auf unserer Welt.

Ich bin froh und dankbar, dass in Bonn viele Menschen und Organisationen dafür eintreten, dass die Erinnerung lebendig und der Ruf nach Frieden laut bleibt. Die Beueler Friedensinitiative ist dabei eine wichtige Stimme.
Gewalt ist im Großen wie im Kleinen nie die Lösung. Wir alle tragen die Verantwortung, eine friedliche und offene Gesellschaft mitzugestalten. Deshalb machen wir uns auch in Bonn stark für eine atomwaffenfreie Welt. Mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Aktionen engagieren sich Bürgerinnen und Bürger für eine Welt ohne Krieg und Gewalt und für ein friedliches Miteinander. Wir haben als Stadt - auf Initiative der Bonner Bürgerschaft - 2021 den ICAN-Städteappell unterzeichnet, der die Bundesregierung dazu auffordert, dem internationalen Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten. Darüber hinaus beteiligen wir uns an den Bonner Friedenstagen, die jedes Jahr im September von einer großen Zahl friedensbewegter Initiativen und Akteuren durchgeführt werden.

Ich bin froh und dankbar, dass in Bonn viele Menschen und Organisationen entschieden für Frieden eintreten, dass die Erinnerung an die Folgen der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki lebendig und der Ruf nach Frieden laut bleibt.

Ich möchte allen hier Versammelten von ganzem Herzen Danke sagen für dieses wichtige, persönliche Engagement. Denn den Frieden zu wahren ist nicht nur Aufgabe der Politik, sondern betrifft jeden Einzelnen von uns. Jeder trägt die Verantwortung, eine friedliche und offene Gesellschaft mitzugestalten.

Daher möchte ich Danke sagen, dass Sie heute hier sind, um etwas zu bewirken.
Danke, dass Sie Ihre Verantwortung wahrnehmen.
Danke, dass Sie alle der Erinnerung Raum und dem Frieden ein Gesicht geben!

Ich wünsche ihnen eine inspirierte Zeit für die Veranstaltung!

 

Dr. Ursula Sautter ist Bürgermeisterin der Stadt Bonn