Editorial

FriedensForum 3/2014

von Martin SingeRedaktion FriedensForum

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit Wochen erfüllen uns die Nachrichten um die Ukraine-Krise mit großer Besorgnis. Fallen wir zurück in einen Kalten (oder gar heißen) Krieg? Siegen diplomatische und zivile Vernunft? Wie sind die „Schuld“-Anteile an der Krise zu verteilen? Sagt man jetzt „Putinversteher“ zu denen, die man früher „nach Drüben“ schicken wollte? Hat das EU-Assoziierungsabkommen mit militärischen Integrationsvereinbarungen Richtung NATO die Krise ausgelöst oder die Annexion der Krim durch Putin?

Ist es überhaupt eine Annexion gewesen, oder war es eine Sezession? Mit völkerrechtlichen Definitionen allein kommen wir hier nicht weiter. Es muss darum gehen, die (friedens-)politische Vernunft aller Beteiligten einschließlich der westlichen Öffentlichkeit zu mobilisieren, um neu-altem Blockdenken den Weg zu verstellen. Wir bringen zu diesem Konflikt kompetente Artikel von Karl Grobe, Andreas Zumach und Otmar Steinbicker (Blickpunkt).

Unser Schwerpunkt in diesem Heft „Neue Kriegstechnologien“ versucht, die aktuellen Waffenentwicklungen und die damit verbundenen Tendenzen in den militärischen Strategieentwicklungen zu beleuchten. Die Entwicklung neuer Drohnentechnologien, die Weiterentwicklung der Atomwaffen, die zunehmende Bedeutung von Cyberwar-Technologien sind nur einige der Themen.

Wir berichten über friedenspolitische Aktionen, die anstehen: am 24.6. wird in Berlin gegen den Bund der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie demonstriert (Artikel Lühr Henken), im August wird es erneut Protest gegen die Atomwaffen in Büchel (Martin Otto) geben. Zum 3. Mal findet vom 17.-24. August ein Friedenscamp gegen das Gefechtsübungszentrum in der Letzlinger Heide statt (Berthold Keunecke). Der Terminkalender auf unserer letzten Seite zeigt, wie viel sonst geschieht. Seid dabei und mobilisiert für diese Aktionen!

Auf einen kreativen Friedens-Sommer!

Für die Redaktion

Martin Singe

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Martin Singe ist Redakteur des FriedensForums und arbeitet für das Komitee für Grundrechte und Demokratie.