Demo gegen die Atomkriegsübung Steadfast Noon 2025 am 11. Oktober in Nörvenich

Am 11. Oktober findet im rheinischen Nörvenich die Demo "80 Jahre nach Hiroshima: NATO-Atomkriegsmanöver 2025 stoppen!" statt. Als Netzwerk Friedenskooperative rufen wir zur Beteiligung an der Aktion auf und dokumentieren im folgenden den Aufruf zur Aktion.

Flyer und Plakate zur Veranstaltung findest du hier in unserem Shop.

 

 

80 Jahre nach Hiroshima:
NATO-Atomkriegs­ma­növer 2025 stoppen!

Aufruf zur Demons­tration und Aktion
am 11. Oktober 2025 in Nörvenich, 12 Uhr

Deutsche Politi­ke­rinnen und Politiker fordern 80 Jahre nach Hiroshima eine deutsche Atombombe oder eine europäische Fähigkeit, Atombomben – mit Frank­reich oder Großbri­tannien — einsetzen zu können. Die EU will aufrüsten und kriegs­fähig werden. Ein Krieg zwischen Russland und der NATO wird für 2028/2029 von deutschen Politi­ke­rinnen und Politikern herbei­ge­redet. Statt auf Diplo­matie und Verstän­digung zu setzen, wird Kriegs­tüch­tigkeit gefordert. Milli­arden Euro sollen in neue Aufrüstung und Kriegs­vor­be­reitung gesteckt werden. Die Wehrpflicht zum Krieg soll wieder einge­führt werden.

Ein alles zerstö­render großer Krieg in Europa wird möglich, wenn wir nicht wider­stehen!

Der Krieg in der Ukraine wird weiter­ge­führt, statt eine Friedens­lösung zu finden. Kriegs­profite gehen an die Aktionäre von Rhein­metall und andere weltweit agierende Rüstungs­lob­by­isten. Der Iran wurde bombar­diert, weil ihm vorge­worfen wurde, Atomwaffen anzustreben. Weltweit löste die Eskalation der Spannungen zwischen den Atommächten Indien und Pakistan Besorgnis aus. Aber alle „anerkannten“ Atommächte kommen ihren Verpflich­tungen zur atomaren Abrüstung aus dem Nicht­ver­brei­tungs­vertrag nicht nach. Dieser fordert die vollständige Abschaffung aller Atomwaffen durch ernst­hafte Verhand­lungen. Diese werden seit über 50 Jahren unter­lassen.

Weltweit gibt es über 12.000 Atomwaffen, davon sind über 3.900 sofort einsatz­bereit.

In dieser brisanten Lage will die Bundeswehr Mitte Oktober 2025 im Rahmen des NATO-Manövers „Steadfast Noon“ erneut mit Attrappen üben, wie man Atombomben aus unter­ir­di­schen Bunkern an Tornado-Kampfjets anbringt und diese Bomben im Einsatzziel abwirft. Dieses Manöver findet jedes Jahr europaweit mit Betei­ligung der USA und aller NATO-Staaten der „nuklearen Teilhabe“ statt.

Der Stütz­punkt Nörvenich bei Düren ist aktuell Ausweich­standort für die sonst auf dem
Stütz­punkt Büchel (Eifel) statio­nierten Tornado-Kampfjets. Jeden Tag erinnert der Fluglärm in den umlie­genden Ortschaften wie Kerpen, Düren und Nörvenich an die brisante atomare Bedrohung. Derweil wird Büchel für über zwei Milli­arden Euro bis 2026 für die neuen F‑35-Atombomber und die neuen B61-12 Atombomben umgebaut. Hier liegen die ca. 15–20 US-Atombomben, die im Ernstfall von Bundes­wehr­pi­lo­tinnen und ‑piloten einge­setzt werden sollen.

Das Atomkriegs­ma­növer dokumen­tiert in erschre­ckender Weise die Bereit­schaft der NATO und der Bundes­re­gierung, im „Ernstfall“ einen Atomkrieg zu führen, der zumindest ganz Europa vernichten würde.

Mit der „nuklearen Teilhabe“ verstößt die Bundes­re­gierung gegen den Atomwaf­fen­sperr­vertrag, das humanitäre Völker­recht und den Zwei-plus-Vier-Vertrag (12.9.1990), in dem Deutschland den „Verzicht auf Herstellung und Besitz von und auf Verfü­gungs­gewalt über atomare … Waffen“ ausdrücklich bekräftigt. Laut Taschen­karte der Bundeswehr von 2008 und gemäß aktueller Infor­mation des Bundes­jus­tiz­mi­nis­te­riums dürfen Bundes­wehr­sol­da­tinnen und ‑soldaten gemäß dem humani­tären Völker­recht niemals atomare Waffen einsetzen.

Aber im Oktober soll die Bundeswehr wieder den Einsatz von Atombomben üben.

Die Alter­native zu weiterer atomarer Aufrüstung ist der Atomwaf­fen­ver­bots­vertrag (AVV) der UNO, der im Januar 2021 in Kraft getreten ist und Herstellung, Besitz und Einsatz von Atomwaffen verbietet. Der AVV greift damit das Rechts­gut­achten des Inter­na­tio­nalen Gerichts­hofes von 1996 auf, das den Einsatz von Atomwaffen und die Drohung mit Atomwaffen als generell völker­rechts­widrig verur­teilt hat.

Wir fordern vom Deutschen Bundestag und der Bundes­re­gierung:

  • Absage der Betei­ligung der Bundeswehr am Atomkriegs­ma­növer „Steadfast Noon“
  • Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland
  • Beendigung der „Nuklearen Teilhabe“ und Beitritt zum Atomwaf­fen­ver­bots­vertrag
  • Stopp der geplanten Statio­nierung neuer US-Mittel­stre­cken­waffen in Deutschland

Kommt zur Demons­tration am 11. Oktober nach Nörvenich! Die Aktion startet um 12 Uhr am Kriegs­flug­platz Nörvenich. Von dort ziehen wir zur Kundgebung auf dem Schloss­platz (ca. ab 13 Uhr). (Es fährt wieder ein Shuttle-Bus zwischen Düren und Nörvenich.)

Spenden­konto: Bitte unter­stützt die Aktion mit einer Spende auf unser Sonder­konto:
Förder­verein Frieden e.V. — IBAN: DE78 4306 0967 4041 8604 04 — Verwen­dungs­zweck angeben: „Nörvenich 2025“ — Spenden sind steuer­ab­zugs­fähig.

Einsatz für Frieden und Menschen­rechte gehören zusammen. Rassismus und Natio­na­lismus sind mit unseren Zielen unver­einbar und stehen einer Zusam­men­arbeit entgegen. Natio­nal­flaggen sind auf unserer Demons­tration nicht erwünscht.

Demons­trieren wir gemeinsam gegen Atomkriegs­ma­növer,
für eine Welt ohne Atomwaffen
und die Beendigung aller Kriege durch Verhand­lungen und Völker­ver­stän­digung!
Für Abrüstung, soziale und weltweite Gerech­tigkeit!
Wir setzen auf die Friedens­fä­higkeit aller Menschen
und wider­setzen uns allen Forde­rungen nach Kriegs­tüch­tigkeit!