Internationaler Währungsfond (IWF)

Dem 1944 gegründeten Internationalen Währungsfond gehören derzeit 151 Länder an. Er hat die Aufgabe, die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Währungspolitik zu fördern, die Ausweitung des Welthandels zu erleichtern und zur Stabilität der Währungen beizutragen. Die finanziellen Mittel des IWF stammen aus den Mitgliedsbeiträgen, der nach der Wirtschaftskraft der Mitglieder berechnet ist. Dieser Quote entsprechend erhalten die Länder einen Stimmenanteil, was dazu führt, daß die zehn größten westlichen Industriestaaten über zwei Drittel der Stimmen verfügen, die USA sogar wesentliche Entscheidungen blockieren können, da für Satzungsentscheidungen eine 85%ige Mehrheit erforderlich ist.

Die Mitgliedsländer können bei Zahlungsbilanzschwierigkeiten Kredite bis zur fünffachen Höhe der eigenen Beitragsquote beim IWF aufnehmen (= Sonderziehungsrechte). Viele ärmere Länder haben diese Kredite aber bereits voll ausgeschöpft und können vom IWF nur noch Kredite zu verschärften Bedingungen erhalten. Diese Bedingungen sind i.d. die Abwertung der eigenen Währung (um Exporte zu erhöhen), der Abbau von Devisenbeschränkungen (Investitionsanreiz), Abbau der Staatsausgaben (was i.d.R. Kürzung der Sozialausgaben bedeutet) und staatliche Lohnkontrollen (Senkung der Produktionskosten).

 

WeltbankGruppe

Die Weltbank als Gruppe umfaßt drei Organisationen, die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD), die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA) und die Internationale Finanz-Corporation (IFC). Das gemeinsame Ziel dieser drei Organisationen ist die Förderung von Wirtschaftswachstum durch die Vergabe von langfristigen Darlehen oder die Beteiligung an Firmen. Im Unterschied zum IWF vergibt die Weltbankgruppe ihre Kredite nur für bestimmte Projekte, die in jedem Fall die Rückzahlbarkeit der Darlehen garantieren.

Die BRD vergibt Darlehen nur an Regierungen oder an Projektträger mit einer Regierungsgarantie. Die Laufzeit beträgt i.d.R. 15 - 20 Jahre, finanziert werden die Darlehen überwiegend aus eigenen Mittelaufnahmen an den internationalen Kapitalmärkten. (Garant

für die IBRD sind übrigens die OECD-Länder).

Die günstigsten Kredite vergibt die IDA, die sich aus den Beiträgen ihrer Mitgliedsländer und Gewinnüberweisungen der Bank finanziert. Diese begehrten, aber immer knapper werdenden Darlehen haben eine Laufzeit von 50 Jahren mit 10 Freijahren und einer Bearbeitungsgebühr von nur 0.75%. Die Folge der Verknappung dieser Mittel, die vor allem auf die Weigerung der USA zurückzuführen ist, ihren Mitgliedsbeitrag für die IDA zu erhöhen, ist eine Verschiebung der Gewichte zugunsten der IFC. Diese vergibt Kredite an Privatunternehmen für noch ungünstigere Bedingungen als die IBRD. Rechtlich und finanziell unabhängig von der IBRD ist sie dennoch eng mit ihr verwoben.

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