Zum Einstein-Jahr 2005: Albert Einstein 2005 und Frieden 2005

von Reiner Braun

"Im Hinblick darauf, dass in einem zukünftigen Krieg ohne jeden Zweifel Kernwaffen angewandt würden und dass diese Waffen den Fortbestand der Menschheit gefährden, ersuchen wir nachdrücklich die Regierungen der Welt, zu erkennen und öffentlich zu bekennen, dass sie ihre Ziele nicht durch einen Weltkrieg erreichen können, und wir ersuchen sie darum dringlichst, friedliche Mittel der Lösung für alle zwischen ihnen bestehende Konflikte ausfindig zu machen." (aus dem Russell-Einstein-Manifest)

Einstein und Frieden konkret, darum geht es Friedensinitiativen wie der Naturwissenschaftlerinitiative "Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit" im Jahre 2005.

Die 50-jährige Wiederkehr der Veröffentlichung des Russell-Einstein-Manifestes im Juli 2005 ist uns Verpflichtung, erneut nukleare Abrüstung bis zur Abschaffung der Atomwaffen einzufordern. Auch und gerade im Jahr der NPT Review- Konferenz, deren abrüstungspolitische Erfolglosigkeit angesichts der Politik der USA unschwer vorhersehbar ist. Deswegen wollen wir uns neben der Unterstützung der vielfältigen Aktionen zum 6. August 2005, spezifisch der Frage der atomarer Abrüstung in der Tradition von Albert Einstein widmen.

"Die erste Atombombe hat nicht nur Hiroshima zerstört. Sie hat auch unsere traditionellen, längst überholten Ideen endgültig zerstört." So Albert Einstein in dem ersten Zeitungsinterview, zwei Tage nach dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima.

Wir wollen aber 60 Jahre nach dem Abwurf der Bombe nicht nur im Erinnern verharren, sondern Anforderungen an die Wissenschaft und Politik der Gegenwart formulieren. Dabei finden wir uns in der Gedankenwelt von Albert Einstein, wie er sie auch mit seiner letzten Unterschrift in seinem Leben unter das Russell-Einstein-Manifest dokumentierte, gut wieder.

Unterschiedliche Schwerpunkte, vielfältige Informationen und kontroverse Diskussionen werden die Tagungen bestimmen. Einen Überblick über Friedensereignisse im Einstein Jahr sind u.a. auf der homepage www.natwiss.de der Naturwissenschaftlerinitiative und der "Initiative Bürger Einstein" www.einstein.bits.de zu bekommen.

Einstein und sein Friedensengagement sowie seine vielfältigen Gedanken zur gesellschaftliche Verantwortung des Wissenschaftlers finden sich auch wieder in der zentralen Einstein Ausstellung "Albert Einstein - Ingenieur des Universums, die vom dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte organisiert und ab 12.5.05 im Kronprinzenpalais in Berlin besucht werden kann. (www. einsteinausstellung.de) .

Höhepunkt der Friedensaktivitäten im Einsteinjahr ist der von der deutschen Stiftung Friedensforschung, der Arbeitsgemeinschaft der Friedens- und Konfliktforscher, von FONAS, der VDW, dem Einsteinforum und der Naturwissenschaftlerinitiative durchgeführte Kongress "Einstein weiterdenken - Perspektiven für den Frieden im 21. Jahrhundert, der vom 14-16.10.05 in Berlin mit prominenter Beteiligung stattfinden wird. In Plena und Foren sollen u. a. ausgehend von den antimilitaristischen Friedensinhalten von Albert Einstein Anforderungen an die aktuelle deutsche und europäische Friedens- und Sicherheitspolitik entwickelt und vorgestellt werden. Diese sollen dann im Diskurs mit der Politik weiter behandelt werden. Ein spannender und sicher auch kontroverser Kongress.

P.S. Informationen zu den vielfältigen Aktivitäten zum Einsteinjahr: www.einsteinjahr.de

 

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Reiner Braun ist Geschäftsführer der IALANA Deutschland und Co-Präsident des Internationalen Friedensbüros (IPB).