Cover FriedensForum 2/2018
2 / 2018

Gender und Frieden

Weitere Themen:

  • Aktivitäten der Friedensbewegung 2018
  • Korea und Iran
  • Militarisierung der Jugend und Friedensbildung

Im Blickpunkt

Memo Sahin

Türkei-Syrien

Was bezweckt Erdogan mit dem Einmarsch nach Afrin?

Seit dem 20. Januar fliegen türkische Kampfjets über die kurdische Enklave Afrin in Syrisch-Kurdistan und bombardieren kurdische Städte und Siedlungen, in denen über eine Million Menschen leben. Am darauf folgenden Tag überquerten die türkischen Bodentruppen mit Panzern und schwerer Kriegsmaschinerie die Grenze. Sie wurden begleitet von mehreren hundert islamistischen Kämpfern aus Syrien. Innerhalb von drei Tagen wurden über 20 Menschen getötet und Dutzende verletzt.

mehr ... Thema: Syrien

Initiativen

Philipp Ingenleuf

30. März bis 2. April 2018

Ostermärsche 2018 – Auf geht’s!

Vom 30. März bis zum 2. April werden bundesweit wieder Tausende von Menschen auf die Straße gehen und sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Besonders in Richtung einer künftigen Bundesregierung ist dies ein wichtiges und notwendiges Zeichen (bei Redaktionsschluss standen die Zeichen auf GroKo). Denn die Sondierungsgespräche zwischen SPD und CDU/CSU deuten bereits an, dass Frieden auch bei der Neuauflage der Großen Koalition nicht groß geschrieben wird. Ganz im Gegenteil.

mehr ... Thema: Ostermarsch
Wiltrud Rösch-Metzler

Mitgliederversammlung der Kooperation für den Frieden

Was steht 2018 an?

Wer in der Friedensbewegung aktiv ist, engagiert sich in verschiedenen Kampagnen und weiß um die weltweiten Friedensdefizite. Wer aber von außen auf die Friedensbewegung schaut, nimmt diese kaum wahr. Erwartungen sind dennoch vorhanden, etwa im Herbst 2017: „Was tut die Friedensbewegung, damit es zwischen Nordkorea und den USA nicht zum Atomkrieg kommt?“

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Marion Küpker

Aktionspräsenz 2018

Büchel unterm Friedensnobelpreis-Stern

Unsere 20-wöchige Aktionspräsenz am Atomwaffen-Stützpunkt Büchel beginnt auch 2018 wieder am 26. März und wird am 9. August, am Gedenktag des Atombombenabwurfes auf die japanische Stadt Nagasaki, enden. Dieses Jahr steht unsere Kampagne unter dem besonderen Stern, aktuell den Friedensnobelpreis erhalten zu haben: Als Teil des ICAN-Netzwerkes (Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen) erhielt auch  Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt  in Kooperation mit dem aus 50 Gruppen und Organisationen bestehenden Trägerkreis Atomwaffen abschaffen - bei uns anfangen!

mehr ... Thema: Atomwaffen, Militärstützpunkte
Philipp Ingenleuf, Elise Kopper

Kampagne „MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien“

Syrienmandat der Bundeswehr verlängert – und bald grundlegend verändert?

Am 12. Dezember 2017 stimmten die Abgeordneten des Deutschen Bundestages dem Antrag der geschäftsführenden Bundesregierung auf Verlängerung des Bundeswehrmandats für Syrien mit 436 Ja-Stimmen gegenüber 226 Nein-Stimmen bei 10 Enthaltungen zu. Das Bundeswehrmandat „Operation Counter DAESH“ (sog. „Anti-IS-Mandat“ oder „Syrienmandat“) wurde damit um weitere drei Monate bis einschließlich März 2018 verlängert. Doch schon bald steht die nächste Abstimmung an – dann unter möglicherweise völlig veränderten Vorzeichen.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Syrien, Zivile Konfliktbearbeitung
Reiner Braun, Pascal Luig

Kampagne Stopp Air Base Ramstein

Die Proteste gehen weiter! Planungen für die Aktionen 2018

Am 9. Dezember 2017 fand die wieder mit mehr als 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut besuchte Aktions- und Planungskonferenz der „Stopp Air Base Ramstein“ Kampagne in Frankfurt a.M. statt.

mehr ... Thema: Drohnen, Friedensbewegung, Militärstützpunkte
Sarah Gräber

Oberndorf - Kassel - Berlin

FRIEDEN GEHT! Staffellauf 2018 gegen Rüstungsexporte

Weltweit ist Deutschland sowohl bei Kleinwaffen (Pistolen, Gewehre) als auch bei Großwaffensystemen (Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge, Kampfpanzer) drittgrößter Rüstungsexporteur. Diese Waffen werden an kriegsführende Staaten verkauft, und mit ihnen werden schwere Menschenrechtsverletzungen verübt sowie Millionen von Menschen in die Flucht getrieben oder getötet. Einer Umfrage zu Folge sind 83% der Deutschen gegen diese Praxis. Es ist also an der Zeit, den Export von Kriegswaffen und Rüstungsgütern endlich zu stoppen!

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Rüstungsexporte
Silvia Bopp

Pressehütte Mutlangen

Ziviler Ungehorsam bis zur Abrüstung - und der Weg zum Mutlanger Manifest

1983 installierte die Friedensbewegung in einer alten Scheuer Telefone für JournalistInnen, die von Blockaden gegen die Stationierung der Pershing II berichten wollten. Die Scheuer wurde Pressehütte getauft. Heinrich Böll und andere bekannte Personen saßen damals vor dem Atomwaffenlager in Mutlangen. Wie hat sich die Bewegung in Mutlangen entwickelt, und was ist heute in Mutlangen noch von der Zeit des gewaltfreien Widerstands gegen Atomraketen übrig?

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Christine Schweitzer

Neue Wege Sozialer Verteidigung

Tagung zu Alternativen gewaltfreier Verteidigung

Viele Jahre schienen für die Bundeswehr die Sätze zu gelten, “wir sind nur von Freunden umgeben“ und „unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt“. Aber in den letzten Jahren ist die militärische Verteidigung als Begründung dafür, warum aufgerüstet statt abgerüstet wird, wieder zu einem Begründungsmuster geworden. Es ist Zeit, eine Kehrtwende zu vollziehen, bevor die Eigendynamik militärischer Sicherheitslogik zu einem neuen Weltkrieg führt. Zu so einer Kehrtwende kann das Konzept der Sozialen Verteidigung wichtige Impulse liefern.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Karl-Heinz Peil

Bericht vom 24. Friedenspolitischen Ratschlag

Analysen und Initiativen für Friedensbewegte

Der seit 1994 stattfindende jährliche Friedensratschlag sorgte auch am 2. und 3. Dezember 2017 wieder für einen lebendigen Austausch zwischen wissenschaftlicher Expertise und Friedensbewegung. Veranstalter waren der Bundesausschuss Friedensratschlag als Vertreter der Friedensbewegung und seitens der Wissenschaft die „Didaktik der politischen Bildung am FB 05 an der Universität Kassel“.

mehr ... Thema: Friedensbewegung

Krisen und Kriege

Clemens Ronnefeldt

Wie weiter in Palästina?

Verständigung zwischen Hamas und Fatah

Im Jahre 2007 übernahm die Hamas die Macht im Gazastreifen - zehn Jahre später stand sie mit dem Rücken zur Wand und war im Herbst 2017 bereit, diese der Palästinensischen Autorität (PA) und damit ihrer langjährigen Fatah-Rivalin zu übertragen. Grund dafür war hauptsächlich die katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen und der Druck von Präsident Abbas.

mehr ... Thema: Israel / Palästina
Karl Grobe

Korea und Iran

Die Doppelkrise

Für überraschende Wendungen, deren Hintergrund sich nicht sofort erschließt, ist nicht nur Donald Trump bekannt. Auch Kim Jong Un kann da Einiges. Zur Neujahrsansprache im nordkoreanischen Fernsehen trat er nicht in der üblichen Parteiuniform auf, sondern im hellen Zivilanzug und mit Krawatte.

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Friedensbewegung international

Semih Sapmaz

Internationale Aktionswoche

Gegen die Militarisierung der Jugend

Vom 20.-26. November 2017 fanden in verschiedenen Ländern Aktionen gegen die Militarisierung der Jugend statt. Sie waren Teil einer globalen Aktionswoche gleichen Namens. Diese Woche wird von den War Resisters‘ International (WRI) organisiert, einem globalen Netzwerk von AntimilitaristInnen und PazifistInnen, darunter auch deutschen Friedensorganisationen wie der DFG-VK und dem Bund für Soziale Verteidigung. Es gab in der Woche verschiedene Veranstaltungen und Aktionen – von Griechenland bis Südkorea, in Finnland, Großbritannien, Russland und vielen anderen Ländern.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Militarisierung

Hintergrund

Renate Wanie

Netzwerk Friedensbildung Baden-Württemberg

Kritische Beobachtungen am „Tag der Schulen“ bei der Bundeswehr

Im Juli 2017 besuchte das „Netzwerk Friedensbildung Baden Württemberg“ (1) mit sechs seiner Mitglieder einen sogenannten „Tag der Schulen“, einen Aktionstag der Bundeswehr. Dieser Tag fand auf dem Gelände der „General-Dr. Speidel-Kaserne“ in Bruchsal statt. Der „Tag der Schulen“ ist eine „außerunterrichtliche Veranstaltung“, die Verantwortung liegt bei den LehrerInnen, für die SchülerInnen ist die Teilnahme freiwillig. (2) Der Tag gilt als „berufsorientierende Bildung“, die zum Ziel hat, „dass die Schulabgänger auf mögliche Arbeitgeber aufmerksam gemacht werden“.

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Benno Malte Fuchs

Friedensbildung in Deutschland

Große Herausforderungen, große Chancen

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Militarisierung ein zunehmender Trend ist. Die Bundeswehr hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Angriffsarmee gewandelt.

Thema: Bundeswehr an Schulen
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Renate Wanie

Buchbesprechung: Revolutionstagebuch 1919 von Victor Klemperer

„Man möchte immer weinen und lachen in einem“

Auch das Jahr 2018 hält wieder Jahrestage bereit, z.B. die Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Da kommt die Veröffentlichung der Büchergilde mit dem „Revolutionstagebuch 1919“ von Victor Klemperer gerade recht. Klemperer notiert in präziser Sprache seine Beobachtungen in München nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, in dem Zeitraum, in dem ein entscheidender Wendepunkt deutscher Geschichte geschieht: Eine Revolution, aus der die erste deutsche parlamentarische Demokratie hervorging, die Weimarer Republik, das Frauenwahlrecht und auch der 8-Stundentag.

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Martin Singe

Offene Heide

Amtsgericht Bonn verurteilt Friedensreiter wegen GÜZ-Aktion zu Bußgeld

Am 15. Dezember 2017 verhandelte das Bonner Amtsgericht erneut eine Bußgeldsache wegen Betretens des Kriegsübungsplatzes Colbitz-Letzlinger Heide (GÜZ/Gefechtsübungszentrum), das von Rheinmetall für die Bundeswehr betrieben wird. Jörg Lauenroth-Mago von der Initiative „Reiterinnen und Reiter für den Frieden“ (https://friedensritt.de/die-friedensritte) hatte gegen den verhängten Bußgeldbescheid über 428,50 Euro Widerspruch eingelegt, so dass eine Hauptverhandlung nötig wurde.

Thema: Friedensbewegung
Artikel nur in der Print-Version erhältlich.

Schwerpunkt

Ralf Buchterkirchen

Perspektiven auf Gender und Militär

Ein Blick auf Männlichkeit_en und Veränderungen mit der Öffnung von Armeen für Frauen

Der folgende Beitrag skizziert Verbindungslinien zwischen Militär und Geschlecht, wie sie insbesondere in der feministischen Friedens- und Konfliktforschung, in der Genderforschung und in Postcolonial Studies analysiert wurden. Dabei werfe ich zunächst einen Blick auf die bürgerliche Geschlechterordnung und ihre Rollenzuweisungen an Männer und Frauen. Im Anschluss daran fokussiere ich die Bedeutung der Geschlechterbetrachtungen im Hinblick auf das Militärische.

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Irmgard Hofer

Gender, Frauen und Frieden

Erfahrungen über die Schwierigkeiten mit dem Thema und den Mitstreiter(Inne)n

Dieses Graffiti fiel mir 2014 in einer Seitengasse in Ljubljana auf, und schon sind wir bei der ersten Schwierigkeit, wie übersetze ich „man“ korrekt ?

Thema: Gender und Frieden
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Susanne Hertrampf

Frauen für den Frieden in Deutschland

Wider den militärischen Geist!

In ihrem Roman Die Waffen Nieder! (1889) zeigte Bertha von Suttner (1843-1914) den Krieg als das, was er ist: Grausam, Tod bringend und ein Instrument der Mächtigen. Den Heldentod entlarvte sie als Mythos und forderte ihre LeserInnen auf, wie ihre Romanfigur Baronin Martha den Militarismus zu hinterfragen, sich eine eigene Meinung zu bilden und so auf die Gesellschaft einzuwirken.

Thema: Gender und Frieden
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Ellen Elster

Frauen im Militär

Endlich Gleichberechtigung?

In Norwegen wurde 2015 die Wehrpflicht für Frauen eingeführt – das nannte sich “Gender-neutrale” Wehrpflicht. Jüngere sozialistische Frauen jubilierten und feierten, was sie als einen großen Schritt hin zu Gleichberechtigung ansehen. Dies ist eine Veränderung in der Ideologie bei radikalen jungen Frauen und steht in Widerspruch zu den Überzeugungen jener Bewegung, die für Gewaltfreiheit und Feminismus arbeitet. Wie kam es dazu?

Thema: Gender und Frieden
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Rita Schäfer

Konflikt - Macht – Geschlecht

Gendersensible Perspektiven auf bewaffnete Konflikte

Kriege und bewaffnete Konflikte haben multiple Ursachen, die sich oft wechselseitig verstärken und zu massiver Gewalt führen. In der Kriegsursachenforschung mit Fokus auf afrikanische Länder wird von ethnischen, politischen oder religiösen Motiven der jeweiligen Konfliktparteien ausgegangen, etwa in Burundi, der Zentralafrikanischen Republik oder in Somalia, wo exzessive Gewalt und Vertreibungen in unterschiedlichen Zeithorizonten zu Massenflucht führen. Teilweise werden diese Ursachen auch mit gravierenden ökonomischen Problemen und sozialen Ungleichheiten in Beziehung gesetzt.

Thema: Gender und Frieden
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Karin Nordmeyer

Frauen, Frieden und Sicherheit

Die Resolution 1325 – Erfahrungen und Perspektiven

Seit der Antike ist bekannt, dass Frauen und Kinder in kriegerischen Auseinandersetzungen als taktische Kriegswaffe und als Beute eingesetzt werden. Vergewaltigungen der Frauen und Mädchen demoralisieren den Gegner, insbesondere, wenn sie vor den Augen der Angehörigen stattfinden. Die Ehre des Gegners soll verletzt werden, seine Zukunft soll mit der Schändung der Frau zerstört werden, die oftmals geschwängert wird und die Kinder der Feinde gebären muss.

mehr ... Thema: Gender und Frieden, Völkerrecht
Christine Schweitzer

Zivile Konfliktbearbeitung

Gender und Konfliktbearbeitung

In der Konfliktbearbeitung spielt das Thema Gender eine wichtige Rolle – oder sollte es spielen. Dabei gilt es, sich von der veralteten Vorstellung zu verabschieden, dass pauschal Frauen die Opfer und/oder die Friedensstifterinnen und Männer die Täter seien. Richtig ist, dass Frauen und Männer zum Teil unterschiedliche Zugänge, Ressourcen und Betroffenheiten haben, was Konflikte betrifft, wobei das je nach Land oder Region unterschiedlich aussieht – vor Verallgemeinerungen muss man sich stets hüten. Das Gleiche gilt für die Rollen und Bedrohungen sexueller Minderheiten.

mehr ... Thema: Gender und Frieden, Zivile Konfliktbearbeitung
David Scheuing

Gendered Hate

Wie Hass im Internet vergeschlechtlicht ist und was hieraus spricht

Das Internet wird (neuerdings?) als eine männliche Angelegenheit betrachtet. Diese Raumnahme ist Ausdruck patriarchaler Vorstellungen und Strategie. Sie bleibt weder unbemerkt noch unwidersprochen, verändert es doch das egalitäre Grundprinzip hinter dem Internet als Ort. Aber die misogynen Strategen sind gut organisiert (1) und entschieden, während die technische Anlage des Internets ihnen Freiräume einräumt und die schwarm “intelligente“ Mobilisierung konservativer gesellschaftlicher Vorstellungen erlaubt.

Thema: Gender und Frieden
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