Cover FriedensForum 6/1997
6 / 1997

Tschechien

Weiter Themen:

- Kein Nobelpreis für Minenproduzenten

- Wahlprüfstein Eurofighter?

- Rückkehrerschicksale in Bosnien

- Irak-Krise

Initiativen

Thomas W. Klein

Mit Alfred Nobel gegen Dynamit Nobel

Kein Friedensnobelpreis für Minenproduzenten

1992 kamen in Frankfurt a.M., in den Räumen von medico international, Vertreter/innen einiger friedenspolitisch aktiver Gruppen zusammen, um eine maßgeblich von Jody Williams und den Vietnam Veterans of America (VVAF) begonnene Diskussion zum Thema Landminen aufzugreifen und erste Ansätze einer von verschiedenen Organisationen getragenen Kampagne zu unterstützen. Zu den ersten Arbeitstreffen konnte Angelika Beer, damals die Koordinatorin des deutschen Trägerkreises (heute verteidigungspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Bundestagsfraktion), nur sehr wenige Gruppen begrüßen.

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Wolfgang Menzel

Eine Bewertung der Ergebnisse der Osloer Minenkonferenz

Jetzt Folgekonferenz einberufen! Anti-Fahrzeugminen international ächten und verbieten!

Am 18. September 1997 verabschiedeten Delegationen aus 89 Staaten in Oslo die "Konvention über das Verbot des Gebrauchs, der Lagerung, Herstellung und Weitergabe von Antipersonenminen und über ihre Zerstörung". Am 3. Dezember 1997, kurz vor der Verleihung des Friedensnobelpreises an die (nicht-staatliche) Internationale Landminenkampagne, ist der Vertrag in Ottawa feierlich unterzeichnet worden. 6 Monate nach Hinterlegung der 40. Ratifizierungsurkunde tritt der Vertrag in Kraft. Dies wird also frühestens im Sommer 1998, kann aber auch deutlich später sein.

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Mani Stenner

Das Volk dagegen - die Mehrheit der Abgeordneten dafür: Eurofighter vom Bundestag beschlossen.

Wahlprüfstein Eurofighter: Das schmieren wir ihnen nochmal aufs Butterbrot!

"Die Milliardeninvestition in eine militärisch unsinnige, beschäftigungspolitisch untaugliche und industriepolitisch riskante Sackgassentechnologie beschleunigt den Staatsbankrott, zementiert den Vorrang militärischen Denkens vor dem notwendigen Ausbau der Zivilen Konfliktbearbeitung und bedeutet den Kotau der Politik vor den Erpressungsversuchen der Rüstungslobbyisten der DASA." So hatten Prominente und Friedensgruppen in einem Offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten gegen die Beschaffung des Eurofighter protestiert.

mehr ... Thema: Abrüstung
Regina Hagen

Die "Stoppt Cassini"-Kampagne nach dem Cassini-Start

Die kombinierte Weltraummission Cassini (USA) und Huygens (Europa) mit ihrer gefährlichen Plutoniumfracht ist nach einigen Tagen Verzögerung am 15. Oktober zu ihrem langen Forschungsflug zum Saturn gestartet. Bis zuletzt versuchte die inzwischen weltweite und deutlich angewachsene Protestbewegung, den Start des Satellitendoppels auf politischem Wege zu verhindern. Auch die Gerichte wurden angerufen. Aber sowohl das Bundesgericht in Hawaii/USA als auch der deutsche Bundesgerichtshof in Karlsruhe lehnten die Klage ab.

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BI FREIe HEIDe

Weiter streiten für die FREIe HEIDe!

Schon mehrfach hat das FriedensForum über die Aktivitäten der BI für eine FREIe HEIDe berichtet, zuletzt hatten wir eine Sonderbeilage mitherausgegeben. Wir dokumentieren heute einen Artikel aus dem Rundbrief der BI, in dem die Notwendigkeit der Fortsetzung des Widerstandes hervorgehoben wird, und weisen auf die nächsten Aktionstermine hin (Protestmarsch 1.1.98 und Ostermarsch 12.4.98).

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Helmut Adolf

"Das Sehfeld einer Panzerbesatzung sei eingeschränkt"

... hieß es in einem Presseartikel vor dem 50. Friedensweg. Damit sollte noch am Vortag dieses Ereignisses davor gewarnt werden, das Gelände des Truppenübungsplatzes zu betreten. Diese Warnungen sind schon zur Tradition geworden.

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Hagen Berndt

ZFD - Erste Erfahrungen mit Friedensfachkräften im Einsatz

Partnerschaftlich Ziele bestimmen

Seit drei Monaten ist Nenad Vukosavljevic im Einsatz in Sarajevo. Der Trainer der Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion KURVE Wustrow hat sich in Bosnien-Herzegowina eingelebt. Die ersten Schwierigkeiten des Projekts, das bei IMIC (International Multicultural and Interreligious Centre) und anderen Organisationen vor Ort den Aufbau von Trainingsstrukturen für gewaltfreie Konfliktbearbeitung unterstützen soll, sind überwunden und eine Vielzahl von Kontakten hergestellt.

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Peace News

Gandhi in Tibet

Exiltibetaner planen Satyagraha-Kampagne

Eine Satyagraha-Kampagne, die von Samdhong Rinpoche, dem Sprecher des tibetanischen Exilparlamentes initiiert worden ist, erlebte einen bedeutsamen Aufschwung, als Anfang Oktober über einhundert indische AktivistInnen anläßlich Gandhis Geburtstag drei Tage lang versuchten, symbolisch die Grenze nach Tibet zu übertreten. Ihnen wurde der Zutritt verweigert, aber die Aktion stellt einen bedeutsamen Ausdruck von Solidarität für die tibetanische Sache durch die indische Öffentlichkeit dar. Kampagne auf 1998 verschoben

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Elke Steven

Castor-Transporte

Und auch nicht nach Ahaus

Kurz nach dem Transport von Atommüll nach Gorleben in diesem Frühjahr wurden Planungen bekannt, demnächst Atommüll aus den Atomkraftwerken im Süden der Bundesrepublik in Ahaus einzulagern. Eine Leichtbauhalle für Atommüll steht dort schon länger. Eingelagert werden durfte bisher nur der Müll aus dem bereits abgeschalteten Atomkraftwerk in Hamm-Uentrop. 305 strahlende Behälter stehen bereits dort. Die Einlagerung des Atommülls aus anderen Kraftwerken erforderte entsprechende Genehmigungen.

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Krisen und Kriege

Renate Wanie

Kampagne "Wege aus der Gewalt - 1000 Leute lernen gewaltfreies Handeln" Rückblick, Kritik und Chancen - Außenwahrnehmung einer Trainerin

Volksbildung oder was?

Der vorliegende Text wurde als Vortrag für eine Tagung der Kampagne "Wege aus der Gewalt" 1996 geschrieben. Seitdem hat sich die Konzeption der Kampagne weiterentwickelt und Impulse, wie sie dieser Artikel vermittelt, wurden aufgenommen. Dennoch haben wir uns zu dem Abdruck einer gekürzten Fassung entschlossen, da der Artikel unserer Auffassung nach Gedanken enthält, die generell für die Bildungs- und Trainingsarbeit im Bereich gewaltfreier Konfliktbearbeitung einer Diskussion wert scheinen.

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Martin Kalinowski

China und die Atomwaffen

Das International Network of Engineers and Scientists Against Proliferation (INESAP) hielt seine dritte internationale Tagung dieses Jahr vom 8. bis 10. September in Shanghai ab. Der lokale Gastgeber war Prof. Dingli Shen vom Center of American Studies der Fudan Universität. Die inhaltliche Vorbereitung und die Einladung der internationalen Gäste wurde von der Forschungsgruppe IANUS der TH Darmstadt durchgeführt, von wo aus INESAP im Jahre 1993 ins Leben gerufen worden war. Im vergangenen Jahr traf sich das Netzwerk in Götheborg, im kommenden Jahr ist Jordanien das Gastgeberland.

mehr ... Thema: Atomwaffen

Friedensbewegung international

Andreas Buro

Krise am Golf:

Von Embargo-Gewinnlern und "gerechten Kriegen"

Bei offiziell empörten Gesichtern fast aller Repräsentanten der UN-Staaten dürfte sich in inoffizieller Atmosphäre bei vielen "klammheimliche Freude" breitmachen. Bagdad hat die einzige wirkliche Weltmacht, die USA, mit geringstem Aufwand herausgefordert und gleichzeitig die Front der Golfkriegsstaaten von 1991 sowie die Einigkeit der Staaten des UN-Sicherheitsrates in Frage gestellt.

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Beate Roggenbuck, Martin Fischer

Den Krieg überleben:

Rückkehrerschicksale in Bosnien

Laut Aussagen des Innenministeriums sind bis jetzt (Ende Oktober 1997) zwischen 70.000 und 80.000 Flüchtlinge aus Bosnien "freiwillig" zurückgekehrt. Daß dieser "Freiwilligkeit" nachgeholfen wurde, ist der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt: durch Druck seitens der Behörden, durch Diffamierungen in der Öffentlichkeit als Drückeberger usw.

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Hintergrund

Martin Singe

Zum Schwerpunktthema: Tschechien

(ms) Der Schwerpunkt dieses Friedensforums "Friedensbewegung und tschechische Republik" geht auf die Idee eines Lesers, Robert Hülsbusch von der Friedensinitiative Nottuln, zurück. Er hatte das Thema vorgeschlagen, nachdem wir mit unserem Polen-Heft schon einmal einen Schwerpunkt in Richtung eines osteuropäischen Landes gesetzt hatten. Wir dürfen uns an dieser Stelle herzlich bei Robert Hülsbusch bedanken, ohne dessen Hilfe bei der Artikelbeschaffung und redaktionellen Mitarbeit dieses Heft kaum hätte entstehen können.

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Jan Sumavsky

Zur historischen Schwere der tschechisch-deutschen Beziehung

Kaum einer kann zusammenzählen, wieviel Raum bereits seit November 1989 auf beiden Seiten der Grenze für die tschechisch-deutschen Beziehungen gewidmet wurden, wie viele Konferenzen und Gespräche abgehalten sowie Verträge geschlossen und wie viele Artikel veröffentlicht wurden und wieviel Zeit dem Thema die Rundfunkanstalten, das Fernsehen, aber auch die Parlamente und beide Ministerien für Auswärtiges und die Regierungen gewidmet haben.

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Jan Sumavsky

Die Friedensbewegung in der Tschechischen Republik

Bis zu der samtenen Revolution im November 1989 gab es in der Tschechoslowakei eine starke Friedensbewegung, an deren Spitze der tschechoslowakische Friedensausschuß stand, der sich aus verschiedenen namhaften Persönlichkeiten zusammensetzte. Viele Bürger meldeten sich zu diesem, vielleicht deshalb, weil sie sich so de facto in einem Gebiet engagieren konnten, das de facto außerhalb eines politischen Spektrums und vor allen Dingen außerhalb der Parteiszene angesiedelt war.

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Jan Sumavsky

Die Tradition der tschechisch-deutschen Dialoge in Marienbad

Obwohl das etwas unverständlich klingt, fast paradox, die Grundlagen dieser mehrjährigen Bemühungen um die Schaffung guter nachbarschaftlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern und deren Einwohnern wurde eigentlich in der ehemaligen tschechoslowakischen totalitären Gesellschaft gelegt .

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Robert Hülsbusch

FI Nottuln beim 11. "Tschechisch-deutschen Dialog" in Marienbad - Ein weites Feld für die Friedensbewegung:

Verständigung und Ausgleich mit Tschechien

"Es ist ein Teil unseres Schicksals, sogar ein Teil unserer Identität. Deutschland ist unsere Inspiration, wie unser Schmerz." Vaclav Havel, 17. Februar 1995

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Jiri Sobotka

Zur Erklärung der Tschechischen und Deutschen Friedensgesellschaften für gute Nachbarschaft

Man kann es Schicksal nennen oder ganz einfach Realität. Der teschechisch und der deutsch sprechende homo sapiens auf dem europäischen Konitnent leben geographisch und historisch nebeneinander. Und nicht nur nebeneinander als Nationen auf den Gebieten Ihrer Nationalstaaten, sondern auch miteinander.

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Dokumentation: Erklärung von Marianske Lazne (Marienbad)

Wir sind für gute Nachbarschaftsbeziehungen

Ergebnis eines deutsch-tschechischen Dialoges aus Anlaß des 50. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges Als Bürgerinnen und Bürger aus der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik, die sich in der Friedensbewegung engagieren, fühlen wir uns legitimiert, zum gegenwärtigen Stand der deutsch-tschechischen Beziehungen Stellung zu nehmen und Vorschläge zu ihrer Verbesserung zu unterbreiten.

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Lothar Eberhardt

Das KZ Flossenbürg - weiterhin Park- und Friedhofsanlage oder eine authentische Gedenk- und Erinnerungsstätte?

Vergeßt uns nicht!

Vergeßt uns nicht - mit diesen Worten und mit nach Hilfe ausstreckenden Händen hinter Stacheldraht, mahnt eine unscheinbare Gedenktafel der Opferverbände an der katholischen Kirchhofsmauer in Flossenbürg.

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Hana Klimesová

Deutsch-Tschechisches Forum der Frauen

Zukunft und Vergangenheit

In der dritten Nummer der Zeitschrift "Friedensforum" (Mai/Juni 1997) hatten die Leserinnen und Leser die Möglichkeit, sich mit der Entstehung und der Arbeit des Deutsch-Tschechischen Forums der Frauen bekannt zu machen und Informationen über die ersten beiden Seminare einschließlich einiger wesentlicher Teile des Bonner Abschlußdokumentes zu erhalten. Das dritte Seminar wird für das Jahr 1998 - wie bereits im erwähnten Artikel ausgeführt - in Berlin geplant.

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Barbora Kasparová

Friedensclub John Lennon

Der Friedensclub John Lennon ist eine apolitische Organisation, die noch zur Zeit des Totalitarismus im November 1988 gegründet wurde. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Herman Chromy und Ota Veverka.

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Ilja Herold

Gibt es christliche NGOs in Tschechien?

Es ist heutzutage nicht einfach, in einer christlichen Kirche in der Tschechischen Rpublik mit freien Ansichten hervorzutreten. Theologisch, sowie, was den Typ der Frommheit betrifft, findet man unter den Kirchen zwar viele Unterschiede - doch jede Kirche oder Gemeinde schützt ihre eigene Position, und sie setzt voraus, daß die Mitglieder ihre Spezifitäten bewahren werden. Anders sieht die Lage aber vom politischen und gesellschaftlichen Standpunkt aus.

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Stanislava Kucerova

Die Jugend in der Tschechischen Republik nach 1989

Ich spreche über die Generation, die aufgewachsen und gereift ist in den Jahren der Stagnation des sogenannten Realsozialismus. Die erste Tschechoslowakische Republik war vergessen, der Krieg war vergessen, vergessen war auch der Nachkriegsenthusiasmus des Aufbaus, aber auch die Übeltaten der 50er Jahre und die Zeit der Liberalisierung der 60er Jahre, aber auch die Normalisierung, die Persekution der 70er Jahre.

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Bart Hogemann

Kriegsdienstverweigerung in der Tschechischen Republik

In der Tschechischen Republik herrscht eine allgemeine Wehrpflicht für alle Männer zwischen 19 und 28 Jahren. Die Dauer der Wehrpflicht, die in der alten Tschechoslowakei 24 Monate dauerte, wurde 1989 auf 18 Monate reduziert; gegenwärtig beträgt sie 12 Monate. Wer Kinder oder einen Bauernhof zu betreuen hat, braucht nur für 5 Monate zum Militär.

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