Cover FriedensForum 1/2018
1 / 2018

"Krieger DenkMal": Erinnerungskulturen

Weitere Themen:

  • Klimawandel
  • Atomwaffen
  • Ukraine

Inhalt

Editorial
Im Blickpunkt
Initiativen
Krisen und Kriege
Hintergrund
Schwerpunkt

Editorial

Renate Wanie, Redaktion FriedensForum

Editorial

FriedensForum 1/2018

Liebe Leserin, lieber Leser! Den Jahresbeginn 2018 starten wir mit einem Rückblick. Jedoch nicht auf das vergangene Jahr. Mit dem Appell „Krieger Denk Mal!“ schauen wir verschiedene Kulturen der Erinnerung an, traditionelle wie Museen und einen konzeptionellen Ansatz, der nicht nur erinnert, sondern auch Friedensprozesse anregen will. Verschiedene Formen des Gedenkens sind das  Schwerpunktthema dieser Ausgabe. 

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Im Blickpunkt

Uwe Hiksch

UN-Klimakonferenz

Konflikte werden durch Klimawandel weiter zunehmen

Die UN-Klimakonferenz 2017 (United Nations Framework Convention on Climate Change, 23rd Conference of the Parties - COP23) hat vom 6. bis 17. November 2017 in Bonn stattgefunden. Ihre Ergebnisse sind mehr als ernüchternd. Die Staaten des globalen Nordens haben zur Sicherung ihrer Vormachtstellung verhindert, dass ein globaler Kurswechsel in der Klimapolitik eingeleitet wird. Weiterhin halten die Regierungen an einer Politik des Wachstums der Ökonomien, der noch immer maßgeblich auf die Verbrennung von fossilen Rohstoffen aufbaut, fest.

mehr ... Thema: Friedensbewegung

Initiativen

Rüstungsexporte

Stoppt den Waffenhandel – eine Kampagne geht in die dritte Runde

In Kassel trafen sich die Aktivist*innen der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ am 31.10 und 1.11.2017 und planten Phase 3 des Protests gegen Tod und Terror made in Germany – geliefert in die ganze Welt. Als künftige inhaltliche Schwerpunkte wurden vereinbart:

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Rüstungsexporte
Reiner Braun

Aufruf „abrüsten statt aufrüsten“

Weltweite Aufrüstung - weltweiter Hunger und Armut

Am 6.11.2017 wurde der Aufruf „abrüsten statt aufrüsten“ veröffentlicht. Die ca. 70 ErstunterzeichnerInnen - unter ihnen vier Gewerkschaftsvorsitzende, wissenschaftliche Nobelpreisträger, Abgeordnete aus drei Parteien des deutschen Bundestages, FriedensforscherInnen, UmweltwissenschaftlerInnen und UmweltaktivistInnen, HochschullehrerInnen und FriedensaktivistInnen aus unterschiedlichen Organisationen - wenden sich gemeinsam an die Öffentlichkeit und rufen zu einer hoffentlich großen Unterschriftensammlung auf.

mehr ... Thema: Aufrüstung, Friedensbewegung, Militarisierung
Elise Kopper, Philipp Ingenleuf

Proteste in Berlin und neues Aktions-Set

Verlängerung des Syrienmandats der Bundeswehr

Bundeswehrmandate werden normalerweise für ein Jahr erteilt; alle 12 Monate muss der Bundestag also neu über ihre Verlängerung abstimmen. Das gilt auch für den „Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte zur Verhütung und Unterbindung terroristischer Handlungen durch die Terrororganisation IS“ – kurz: das Syrienmandat –, das zum 31.12.2017 auslief und das ursprünglich bis zum 31.12.2018 hätte verlängert werden sollen.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Syrien, Zivile Konfliktbearbeitung
Margaretha Eich

LOVE-Storm

Mit Training und Community-Building gegen Hass im Netz

„Fick dich, du Flüchtling, dein Name ist schon ekelhaft genug.“ „Elende, dreckige Systemnutte“.  Solche und ähnliche Online-Hasskommentare erhält etwa die Journalistin Dunja Hayali fast täglich (Zeit Online, 05.08.2017 (1), Focus Online, 20.04.2017 (2)). Beschimpfungen, Drohungen und Falschmeldungen sind seit einigen Jahren Alltag im Netz geworden. Besonders trifft dies soziale Gruppen, die ohnehin von Unterdrückung und Diskriminierung betroffen sind: Frauen, People of Colour, Geflüchtete, Menschen mit Behinderungen.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
IALANA - Juristen und Juristinnen gegen atomare biologische und chemische Waffen Für gewaltfreie Friedensgestaltung

IALANA und Vereinigung Deutscher Wissenschaftler

Whistleblower-Preis 2017

Menschen die aufdecken, Zivilcourage haben  und „Alarm schlagen“, bezeichnet man als Whistleblower. Sie folgen ihrem Gewissen – auch dann, wenn es unbequem für sie werden kann. Sie gehen häufig ein hohes Risiko ein, setzen ihren Ruf und ihre Existenz aufs Spiel. Oft werden sie von jenen unter Druck gesetzt, die unbequeme Wahrheiten vertuschen wollen.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Philipp Ingenleuf

Aktionstag 18. November 2017

Gelungener Aktionstag der Friedensbewegung

Verschiedene Bündnisse, Kampagnen und Gruppen aus der Friedensbewegung mobilisierten für den 18. November 2017 zu einem bundesweiten Aktionstag. Mit Aktionen und Veranstaltungen in mehr als 30 Städten setzte der Tag positive Impulse und Zeichen für die Bewegung. Die größte Aktion fand dabei in Berlin statt mit einer bunten Menschenkette zwischen den Botschaften der USA und Nordkoreas.

mehr ... Thema: Aktionstag 18. November, Friedensbewegung
Angelika Wilmen

Wo bleibt das Atomwaffenverbot für Deutschland?

Unterschriftenübergabe und Menschenkette für atomare Abrüstung

FriedensaktivistInnen der Kampagne "Büchel ist überall. atomwaffenfrei.jetzt", der IPPNW und der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten ICAN-Kampagne haben am 13. Oktober 2017 mehr als 43.000 Unterschriften für den Abzug der US-Atomwaffen und einen Beitritt Deutschlands zum Vertrag über ein Verbot von Atomwaffen an Cem Özdemir und Agniezska Brugger übergeben. Damit wollten die AktivistInnen den Grünen in den Jamaika-Sondierungs-Verhandlungen der Rücken stärken.

mehr ... Thema: Atomwaffen, Friedensbewegung
Martin Singe

„Tag der Bundeswehr“ am 9.6.2018 an 16 Standorten

Wir sagen NEIN zum Werben für's Töten und Sterben!

Erneut will die Bundeswehr einen bundesweit angelegten Propagandatag am 9. Juni 2018 abhalten. In der Eigenwerbung heißt es auf der Tag-der-Bundeswehr-Seite: „'Willkommen Neugier' heißt das Motto von Flensburg im Norden bis Murnau im Süden, von Bonn im Westen bis Dresden im Osten Deutschlands – an diesen Orten präsentiert sich die Bundeswehr mit ihren Fähigkeiten, Facetten und ihrem Fachpersonal.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Kein Tag der Bundeswehr, Militarisierung

Krisen und Kriege

Bernhard Clasen

Ostukraine

Tagsüber ist es ruhig

Die Dörfer an der Front in der Ostukraine wirken wie ausgestorben. Wer konnte, hat diese Gegend verlassen, in der es tagsüber totenstill ist und man nachts nicht schlafen kann, aus Angst vor Schüssen oder wegen der Explosionen – in der Ferne oder auch in der Nachbarschaft.

mehr ... Thema: Ukraine
Memo Sahin

Türkei

Das System Erdogan

Takiyya/Takiyye ist ein arabisches Wort und wird im Koran und in islamischen Denkschriften als Schleier und Tarnung der wahren Absichten definiert. Wenn es notwendig und nützlich für die Sache ist, darf ein Moslem täuschen. So setzte Erdogan von Anfang an eine Maske auf und verheimlichte seine wahre Absicht. Heute, wo er sich seiner Sache sicher ist, braucht er keine Takiyye mehr und verheimlicht nicht, dass er die Türkei in eine islamische Republik unter seiner Führung umwandeln möchte.

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Hintergrund

Otmar Steinbicker

Autonome Waffensysteme

Waffen wie aus einem schlechten Science-Fiction-Film

Abseits der großen medialen Wahrnehmung bahnt sich gegenwärtig eine neue, hochbrisante Variante des Wettrüstens an. Diskutiert wird darüber in Fachmedien oder speziellen Seminaren. Es geht dabei um die Entwicklung tödlicher autonomer Waffen („lethal autonomous weapons, LAWS, wie sie in der Fachsprache genannt werden.

mehr ... Thema: Aufrüstung, Militarisierung
Marvin Mendyka

Buchbesprechung

Leben mit der Bombe

Durch die Wahl Donald Trumps und die daraus resultierenden Diskussionen, ob die nukleare Abschreckung in Europa noch „glaubhaft“ sei, den Konflikt zwischen den USA und Nordkorea und die Verabschiedung des Atomwaffenverbotsvertrags Anfang Juli – durch all dies hat das Thema Atomwaffen in letzter Zeit wieder Einzug in den öffentlichen Diskurs gefunden. Passend dazu erschien im Springer-Verlag das Buch „Leben mit der Bombe“. In diesem geht der Journalist und langjährige ARD-Korrespondent Werner Sonne der Geschichte der Atomwaffen in Deutschland nach.

Thema: Atomwaffen
Artikel nur in der Print-Version erhältlich.
Jugendnetzwerk für politische Aktion

Büchel

Trotz Friedensnobelpreises Verurteilung von AtomwaffengegnerInnen

Am 18. Oktober 2017 wurden vor der Jugendkammer des Amtsgerichts Cochem vier AktivistInnen zu 30 Tagessätzen Geldstrafe wegen Hausfriedensbruch verurteilt. Sie waren im letzten Jahr bei einer von JunepA (Jugendnetzwerk für politische Aktionen) initiierten Anti-Atomwaffen Aktion auf dem Fliegerhorst in Büchel dabei, an der acht AktivistInnen beteiligt waren.

mehr ... Thema: Atomwaffen, Militärstützpunkte
Peter Bürger

Atomwaffen

Manche JapanerInnen sprachen von der "christlichen Bombe"

Nur vage eingeweihte Beteiligte an Transport und Einsatz der Atombombe im US-Militär sprachen einfach von dem "Ding". Bis zum August 1945 gab es auch in der japanischen Sprache kein gebräuchliches Wort. "Manche Japaner", so schrieb Konrad Lübbert vor zwanzig Jahren, "nennen noch heute die Atombombe die 'christliche' Bombe, weil sie von Christen entwickelt, von Christen gutgeheißen und von Christen eingesetzt wurde."(1) Tatsächlich gibt es schon rein äußerlich einige Berechtigung für einen solchen Sprachgebrauch.

Thema: Atomwaffen
Artikel nur in der Print-Version erhältlich.
Arnold Köpcke-Duttler

Zum Vertrag über das Verbot der Atombombe

„Alle redeten vom Frieden“

In der ersten Vorbemerkung zu seinem im Oktober 1981 erschienenen Buch „Alle redeten vom Frieden. Versuch einer paradoxen Intervention“ hat Horst-Eberhard Richter geschrieben, die Angst vor der atomaren Aufrüstung sei richtig, weil sie eine echte Gefahr anzeige, die stetig anwachse. Wie der Philosoph Günther Anders riet Richter den Mut zur Angst an. Diese Angst müssten wir so lange aushalten, bis wir mit ihrer Hilfe die Politik dazu gedrängt hätten, mit echter Abrüstung zu beginnen. Immer unsicherer werde der „Abschreckungsfrieden“.

Thema: Atomwaffen
Artikel nur in der Print-Version erhältlich.

Schwerpunkt

Sylvia Servaes

Erinnerungskultur als Teil von „Vergangenheitsarbeit“

Erinnern für die Gegenwart – ein Ansatz der Friedens- und Versöhnungsarbeit?

Bujumbura, Burundi, im April 2017, drei Tage im Zeichen des Gedenkens an hunderttausende Toter der Massaker von 1972/73: Ein Schweigemarsch, eine Gedenkmesse mit Aussagen Überlebender, Grundsteinlegung für ein Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der Massaker. Alles organisiert von dem „Kollektiv der Überlebenden und Opfer des Völkermordes an den Hutu in Burundi 1972“, einer in Kanada eingetragenen Nichtregierungsorganisation. Die Vertreter der Organisation fordern zudem die offizielle Anerkennung des Völkermords an den Hutu 1972 und einen Gedenktag.

Thema: Zivile Konfliktbearbeitung
Artikel nur in der Print-Version erhältlich.
Outi Arajärvi

Frankreich-Deutschland

Barbara – eine Geschichte über Versöhnung

Ich lebe in Göttingen. Und es gibt ein über 50 Jahre altes Lied über Göttingen, komponiert und gesungen von einer Französin, von Barbara. Und die Umstände, wie das Lied entstanden ist, wie Barbara 1964 nach Göttingen kam – in der Zeit, wo es nicht sehr viel Austausch zwischen den ehemaligen Feindesländern gab - und hier im Garten des Jungen Theaters das Lied aufschrieb, ist eine Geschichte über Versöhnung und sie wirkt noch heute nach, weil sie noch immer Menschen berührt.

Artikel nur in der Print-Version erhältlich.
Wolfgang Benz

Eigene Erinnerungskultur

Das Gedächtnis der Friedensbewegung

Die deutsche Friedensbewegung hat eine Tradition, die Ende des 19. Jahrhunderts beginnt, viel später als in England und den USA, später als in Frankreich und der Schweiz, in Skandinavien, Belgien und den Niederlanden.

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Gottfried Arlt, Stephan Schack

Kriegsdienstverweigerung

Die Bausoldaten in der DDR

25 Jahre lang gab es in der DDR die Bausoldaten. In Baueinheiten der Nationalen Volksarmee haben junge Männer, „die aus religiösen Anschauungen und ähnlichen Gründen den Wehrdienst ablehnen“ (vgl. Anordnung vom 7.9.1964) einen waffenlosen Wehrdienst geleistet. Die ersten von ihnen mussten vor allem an militärischen Anlagen arbeiten, die letzten, 1989 einberufenen Bausoldaten wurden in der Friedlichen Revolution in einen zivilen Dienst u.a. in Krankenhäusern versetzt.

Thema: Friedensbewegung
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Christine Schweitzer

Buchbesprechung

„Hell No“ - Die vergessene Macht der Vietnam-Friedensbewegung

Tom Hayden (1939-2016) war ein in den USA prominenter Antikriegsaktivist. Er war 1960 Mitbegründer des linken Verbands Students for a Democratic Society (SDS), einer der einflussreichen Gruppen in der Antikriegsbewegung gegen den Vietnamkrieg. Sein letztes Buch, das lediglich 159-Seiten starke Büchlein „Hell No.

Thema: Friedensbewegung
Artikel nur in der Print-Version erhältlich.
Birgitt Meier

Friedensmuseum Nürnberg

ZeitzeugInnen und Zeitzeugnisse

"Das Friedensmuseum Nürnberg dokumentiert die Geschichte der Friedensbewegung." So steht es in der Satzung. Aber was bedeutet "Dokumentation"?

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Roland Blach

Wehrmachtsdeserteure

Das Stuttgarter Deserteursdenkmal und die Diagonale der Erinnerung

Was bedeutet es, als Einzelner aus einem totalitären oder faschistischen System auszubrechen? Das Stuttgarter Denkmal für Deserteure steht dafür. Das Werk des Bildhauers Nikolaus Kernbach aus Aulendorf besteht aus zwei Teilen: In einem Granitquader ist die Silhouette eines Mannes ausgespart. Sie steht drei Meter weiter vorn. Die bürgerschaftliche Initiative „Deserteursdenkmal für Stuttgart“ machte es möglich, dass 2007 das von 300 privaten Spenderinnen und Spendern finanzierte Denkmal als Provisorium vor dem renommierten Theaterhaus eingeweiht wurde.

Thema: Friedensbewegung
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Christine Schweitzer

Deutsche Kolonialgeschichte

Gedenken an die Täter, nicht an die Opfer

Dass Erinnerung lückenhaft ist, kennt jede/r aus der eigenen Biographie. Dasselbe gilt auch für die kollektive Erinnerung. Viele Menschen wissen wahrscheinlich gar nicht, dass Deutsche im Sklavenhandel aktiv waren und Deutschland einmal Kolonien besaß, denn es musste sie schon nach dem ersten Weltkrieg an Frankreich und Großbritannien abgeben. (1) Es wird staatlicherseits auch wenig getan, dies zu ändern, auch wenn die Kolonialzeit in Schulbüchern Erwähnung findet.

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Magdalena Mintrop

Kriegsverherrlichende Erinnerungskultur

Hamburgs erstes Kriegsmuseum!

Wie wurde aus der privaten Sammlung von überwiegend Militaria die Idee eines „Internationalen Maritimen Museums Peter Tamm“ umgesetzt? Der Stifter setzte auf die Hilfe von führenden Hamburger Unternehmern und auf entsprechende Vorstöße auf politisches Terrain. Nach vier Jahren war das Ziel erreicht: Ein Seekriegsmuseum, in dem gewaltsame Eroberungspolitik, Werkzeuge der Vernichtung und Kriegshandlungen verharmlost oder glorifiziert werden. Kosten: 30 Millionen Euro vom Hamburger Senat für die Restaurierung des ältesten noch erhaltenen Kaispeichers B.

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Sophie Schmidt

NS-Gedenkstätten

„So nah bei uns“

„So nah bei uns, bislang habe ich gedacht, dass die Konzentrationslager alle weit weg sind, aber hier hat ja der Weg dorthin begonnen, direkt vor unserer Haustür.“ So das Resümee einer jungen Besucherin der Erinnerungsstätte an der Großmarkthalle in Frankfurt, die an die Deportationen der als Juden Verfolgten zwischen 1941 bis 1945 erinnert. Die Möglichkeit der Erkenntnis, dass die Verbrechen im Nationalsozialismus nicht bloß weit entfernt stattfanden, ist eine große Stärke lokaler Gedenkstätten.

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Renate Wanie

Widerstand gegen die Nazis

Die Ausstellung „Ziviler Widerstand in Dänemark 1943“

Als Beispiel für eine gelungene Erinnerungskultur mit vielfältigen Veranstaltungsformen kann die Ausstellung „Ein Volk praktiziert zivilen Widerstand - Die Rettung der Juden in Dänemark 1943“ bezeichnet werden. Ein reichhaltiges Programm begleitete die Ausstellung, die die breiten Volksproteste in Dänemark gegen die NS-Besatzung 1943 zeigte, von Mai bis Juli 2005 in den Räumen der Volkshochschule (VHS) in Heidelberg.

Thema: Zivile Konfliktbearbeitung
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Renate Wanie

ZeitzeugInnengespräche

„Wenn ich anfange zu hassen, dann komme ich nicht weiter.“

Mündliche Überlieferung von persönlichen Erlebnissen ist eine der ältesten Darstellungsformen von Geschichte. Die Befragung von ZeitzeugInnen ist eine vergleichsweise moderne Methode der Geschichtswissenschaft. In Europa wird sie verstärkt seit den 1960er Jahren angewendet. Einerseits werden prominente Personen gezielt befragt, andererseits auch „normale“  Menschen, die einen subjektiven Blick auf Geschehnisse in ihrem Leben und Umfeld werfen.

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Eva Hadem

Ausstellung

„Kriegstod und Friedensvision – Kriegsdenkmäler im Wandel der Zeit“

Die Erinnerungskultur einer Gesellschaft befindet sich in einem ständigen politischen Aushandlungsprozess. Die Gedenkkultur an die Kriege hat sich seit der Einführung der Wehrpflicht in den Befreiungskriegen (1813 – 1815) gerade auch in unserem Land immer wieder verwandelt – in allen Kriegs-, Zwischenkriegs- und Nachkriegszeiten, in Teilungs- und Wiedervereinigungsprozessen. In der Ausstellung „Kriegstod und Friedensvision – Kriegsdenkmäler im Wandel der Zeit“ wird dieser Prozess an Hand von Kriegsdenkmälern aus dem nordthüringischen Raum vorgestellt.

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Antikriegsmuseum

Pazifismus

Das Anti-Kriegs-Museum Ernst Friedrichs von 1925-1933

Ernst Friedrich, der Gründer des Anti-Kriegs-Museums in Berlin, wurde am 25.02.1894 in Breslau geboren und engagierte sich schon früh in der Arbeiterjugend. Nach einer abgebrochenen Buchdruckerlehre wurde er 1911 Mitglied der SPD. 1916 schloss er sich der antimilitaristischen Arbeiterjugend an und wurde aufgrund eines Sabotageaktes in einem kriegswichtigen Betrieb zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Thema: Friedensbewegung
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Sebastian Steinebach

Kriegsgräberfürsorge

Mahnmale für den Frieden

„Die Kriegsgräberstätten sind die großen Prediger des Friedens, und ihre Bedeutung als solche wird immer mehr zunehmen“, schrieb Albert Schweitzer treffend. Von Kriegsgräberstätten geht eine nachdrückliche Mahnung zum Frieden aus. In diesem Sinne engagiert sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. seit Jahrzehnten, indem er Kriegsgräberstätten nicht nur anlegt und pflegt, sondern auch Jugend- und Bildungsarbeit betreibt.

Thema: Friedensbewegung
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